Die Stadtgründung von 1244
Die Stadt Vöhrenbach und ihre ältere Geschichte
Die Stadt Vöhrenbach und ihre ältere Geschichte
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Als Professor Dr. Karl Siegfried Bader im Jahr 1965 die Arbeiten seines Bandes zur älteren Geschichte der altfürstenbergischen Stadt Vöhrenbach beendet hatte, fand ein zweigeteiltes Werk seinen Abschluss, in welchem ein zeitgeschichtlicher Rahmen von über sieben Jahrhunderten urkundlich belegter Geschichte abgebildet werden konnte.
Die Erstellung seines Bandes erfolgte damals innerhalb eines engen Zeitrahmens und in späteren Gesprächen hat Professor Bader auch darauf hingewiesen, dass durchaus noch mehr Material hätte herangezogen werden können. Die Fülle der urkundlichen Quellen ging über den gesteckten Rahmen seines Bandes hinaus, es wäre hier erforderlich gewesen, die räumliche Abhandlung der geschichtlichen Ereignisse deutlich über die Stadtgrenzen hinaus auszudehnen. Verständlicherweise konzentrierte sich der Autor deshalb auf die wesentlichen geschichtlichen Kerndaten und schuf mit seinem Werk eine grundlegende Basis zur älteren Stadtgeschichte. Diese zu ergänzen obliegt nun nachfolgenden Generationen. |
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Einige offene Fragen zur Stadtgründung konnten in dem 1994 erschienenen Buch des Arbeitskreises Stadtgeschichte mit dem Titel "Vöhrenbach im Schwarzwald - Neue Beiträge zur Stadtgeschichte" beantwortet werden. Wir wissen heute, dass es auf dem Gebiet der Stadt Vöhrenbach drei Burgstellen gab und die genaue Lage der Burg im Gewann Schlossberg sowie des Dorfes Alt-Herzogenweiler ist bekannt.
Die urkundliche Erwähnung einer hochmittelalterlichen Glashütte (1218) in Langenbach wird in der Fachliteratur und in Museumsausstellungen (Wolfach-Glasmuseum) nach wie vor zitiert. Hier konnten aber bis heute keine verwertbaren Bodenfunde gesichtet werden. Es gilt hier der Ansatz, durch aufmerksame Geländebetrachtungen und eventuell auftretende Glasbrandrückstände neue Rückschlüsse bilden zu können. |
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Das Bregtal
Die Erschließung des Schwarzwaldes erfolgte im Mittelalter durch die Klöster und durch ihre Rodungstätigkeit und Landwirtschaft wirkten diese in den inneren Schwarzwald hinein. Mit der Gründung von Städten und Orten wurde dann die Besiedelung des nun vorerschlossenen Raumes durch die Landesherren nachhaltig ausgebaut. ![]() Das Wappen der Grafen von Urach-Freiburg (später auch Fürstenberg) spiegelt die genealogischen Ursprünge der Familie redend wieder und kombiniert Bestandteile der Wappen seiner Ahnen, der Grafen v. Urach (links) und der Herzöge v. Zähringen (rechts) zu einem neuen Wappen (Mitte). Alle drei Adelshäuser waren an der Erschließung des südöstlichen Schwarzwaldes mehr oder weniger beteiligt und lassen sich auf der im Bregtal liegenden Burg Zindelstein nachweisen.
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Die Grafen v. Urach - Erben der Herzöge v. Zähringen. Graf Egino V. v. Urach (+1237) war der Ahnherr der Grafen von Freiburg und Fürstenberg. In langwierigen Kämpfen gelang es diesem seinen Anspruch auf das mütterliche Zähringererbe überwiegend durchzusetzen. Um 1250 kam es zu einer Teilung des Familienbesitzes. Die jüngere Linie der Grafen v. Fürstenberg übernahm die Gebiete auf dem Schwarzwald, im Kinzigtal und auf der Baar. |
Die Land- und spätere Amtsstadt Vöhrenbach war bis 1806 ununterbrochen im Besitz der Fürstenberger. Es setzte sich hier eine Entwicklung fort, die mit dem Grafen Egino V. von Urach einen ersten Anfang nahm und sich über das gräfliche Haus Urach-Freiburg bis zu den Grafen - und späteren Fürsten - von Fürstenberg erstreckte.
Die Städte Neustadt, Vöhrenbach und Löffingen sind untrennbar mit der altfürstenbergischen Landesgeschichte verbunden und haben im Verlauf der Erschließung des südöstlichen Schwarzwaldes wichtige landesherrliche Stützpunkte gebildet.
Die Städte Neustadt, Vöhrenbach und Löffingen sind untrennbar mit der altfürstenbergischen Landesgeschichte verbunden und haben im Verlauf der Erschließung des südöstlichen Schwarzwaldes wichtige landesherrliche Stützpunkte gebildet.
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Nachbarschaft
In der näheren Umgebung der Stadt Vöhrenbach grenzten im Mittelalter die Besitzungen (Groß-, Klein- und Streubesitz) der Klöster St.Georgen, St.Margarethen, St.Blasien, Friedenweiler, Tannheim, Salem-Salmannsweiler und Tennenbach an. Als weltliche Vögte der Klöster treten uns die Freiherren von Falkenstein, von Schwarzenberg und von Triberg sowie das Königshaus der Staufer entgegen; im Kirnachtal waren die Herren von Roggenbach (bis Ende 12.Jh.) und von Kirneck mit ihren beiden Burgen, in Alt-Herzogenweiler Ministeriale auf einer Burg (Motte-Gewann Schlossberg), und im "Praedium Runstal" die Herren von Runstal, Freiherren von Schwarzenberg und zuletzt ein "Magister grangiae" des Klosters Salem (Zisterzienser) nebst Burg, anzutreffen. Zur Burganlage auf der Steig liegen leider nur spärliche urkundliche Quellen vor, die Existenz der Anlage gilt aber als gesichert. Talabwärts schlossen sich als landesherrliche Stützpunkte die jüngere Burg Neufürstenberg (1381 erwähnt, Grafen v. Fürstenberg-Haslach) und die deutlich ältere Burg Zindelstein (1225 erwähnt, Herzöge v. Zähringen, Grafen v. Urach, Freiburg und Fürstenberg) an. Es folgte dann noch die vor dem Hallenberg gelegene Burganlage (Motte) von Wolterdingen (Ortsadel). Der Standort der urkundlich erwähnten Burg "Bei Pregin" (um 1208, Hammereisenbach-Bregenbach) ist noch nicht gesichert. |
Die Grafen v. Freiburg (Haus Urach), Gründer der Stadt Vöhrenbach - 1244. Die Stadt ging nachfolgend in den Besitz der Grafen v. Fürstenberg über (um 1250). |
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Praedium Runstal
Die Geschichte des unbehandelten "Praedium Runstal" ist insoweit für uns zwingend interessant, da hier frühere Verbindungen in das obere Bregtal bestanden und die Gründung der Stadt Vöhrenbach keineswegs in einem leerem Raum erfolgte. Die Spuren der aus fränkischer Zeit stammenden Martinskirche in der "Urmark" Klengen führen über das Kloster St.Gallen und das Prädium Runstal (bei Pfaffenweiler) in das Schönenbachtal (Filialkirche). Nachfolgend ist dann das Kloster Salem (Zisterzienser) in der Raumschaft vertreten. |
Kloster St.Gallen - Benediktinerorden |
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Zisterzienser zwischen Brigach und Breg
Im oberen Bregtal konnte das Kloster Salem (Zisterzienser) erfolgreich Gebietsansprüche des Klosters St.Georgen (Benediktiner) abwehren und sich in der Raumschaft behaupten. Auch im Kirnachtal - Grangie Roggenbach - musste sich das Kloster Tennenbach (Zisterzienser - seit 1182 als "unechte" Tochter in das Kloster Salem inkorporiert) gegen Übergriffe des Klosters St.Georgen erwehren und zur Schlichtung des heftigen Streites bedurfte es im Jahre 1187 eines Schiedsspruches durch Papst Urban III. |
Reichsabtei Kloster Salem - Zisterzienserorden |
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Das Kirchenspiel von "Alt-Herzogenweiler" umfasste damals auch das Schönenbach-, Rohrbach- und das noch unbesiedelte Langenbachtal (Filialkirche in Schönenbach), sowie von 1244-75 auch die Neugründung Vöhrenbach, bis dieses um 1275 in die Stadt Vöhrenbach abwanderte.
Abschließend bleibt anzumerken, dass das obere Bregtal zur Zeit der Stadtgründung kein Niemandsland darstellte und eine doch sehr interessante mittelalterliche Geschichte aufweisen kann. Gerade die durch die Gemeindereform von 1971 eingegliederten Teilorte verfügen hier über eine eigene Ortsgeschichte und erweitern den geschichtlichen Rahmen der größer gewordenen Stadt Vöhrenbach nicht unwesentlich. Quellen: Diverse Ortschroniken, Fachliteratur, Privatarchiv
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Kloster Tennenbach - Zisterzienserorden |
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Das Bregtal als Schauplatz - Städte,
Dörfer, Burgen und Adelsgeschlechter. Spuren zur Geschichte einer süddeutschen Landschaft im ehemaligen Herrschaftsbereich der Herzöge von Zähringen und der Grafen von Urach-Freiburg und Fürstenberg. Internet-Projekt: Das Bregtal im Mittelalter |
Heimatforschung in Vöhrenbach
Das schönste Glück des denkenden Menschen ist,
das Erforschliche erforscht zu haben
und das Unerforschliche ruhig zu verehren.
Johann Wolfgang von Goethe
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Hubert Schmalz
Apotheker in Vöhrenbach Die Geschichte der Stadt Vöhrenbach und des Bregtals hat schon sehr früh interessierte Kreise der Bevölkerung angesprochen und wurde im Falle Vöhrenbachs zuerst von "Laien" aufgegriffen und behandelt. Bedauerlicherweise gingen hier umfangreiche Archive dieser frühen Heimatforscher durch Nachlassregelung oder wissentliche Missachtung und Unkenntnis unwiederbringlich verloren. Eine Ausnahme bildet hier ein kleiner Geschichtsband vom damals in Vöhrenbach lebenden Apotheker Hubert Schmalz, der in den Kriegsjahren 1916/17 dieses Werk veröffentlichte und den Gewinn der Hinterbliebenenversorgung gefallener Soldaten stiftete. Mittlerweile ist dieser Geschichtsband nur noch wenigen Vöhrenbachern bekannt und soll deshalb nachfolgend zur Verfügung gestellt werden. Hubert Schmalz - Geschichtliches und Naturgeschichtliches
aus dem Bregtal und Seitentälern. - 117 Seiten - Pdf - 26 MB ! - Die Wissenschaft hat im Laufe der Zeit viele Wissenslücken geschlossen und so wurde auch dieses Werk hinsichtlich der verwendeten Quellen und geschichtlichen Angaben von der Forschung überholt. Dennoch handelt es sich hier um ein sehr interessantes zeitgeschichtliches Werk, das "erstmalig" die Geschichte des Bregtals zusammenhängend behandelte und einen bis dahin bekannten Kenntnisstand dokumentierte. Heimatforscher - Die Geschichte von unten!
Allgemeingültiger Artikel über die Bewertung von Heimatforschern Historische Gesellschaft Eschborn e.V. - Vom Heimatforscher zum Lokalhistoriker |
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"Erforschung und Darstellung der Heimat haben im deutschen Südwesten seit mehr als 200 Jahren weites Interesse gefunden und Ergebnisse von hohem Rang erbracht. Daran waren neben den Fachwissenschaftlern in großer Anzahl Laien aus allen Berufen und Schichten beteiligt. Diese Tradition wird im Bundesland Baden-Württemberg auf vielfältige Weise weitergeführt. Heimat ist ein Teil unserer kulturellen Identität. Vermehrte Kenntnis und vertieftes Verstehen der Heimat sind wichtige Bausteine zu einer kulturellen Identitätsfindung. Ziel ist es, die Vielfalt örtlicher und regionaler Traditionen gerade in einem zusammenwachsenden Europa bewusst zu machen. Die Erforschung der Heimat, ihrer Traditionen und gesellschaftlichen Zusammenhänge sollte besonders der jungen Generation dabei helfen in Toleranz die Heimat anderer zu achten..."
Auszug aus der Satzung des Landespreises für Heimatforschung Baden-Württemberg Regierungspräsidium Freiburg tz, 2010
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Die Grafen v. Urach - Erben der Herzöge v. Zähringen. Graf Egino V. v. Urach (+1237) war der Ahnherr der Grafen von Freiburg und Fürstenberg. In langwierigen Kämpfen gelang es diesem seinen Anspruch auf das mütterliche Zähringererbe überwiegend durchzusetzen. Um 1250 kam es zu einer Teilung des Familienbesitzes. Die jüngere Linie der Grafen v. Fürstenberg übernahm die Gebiete auf dem Schwarzwald, im Kinzigtal und auf der Baar.
Die Grafen v. Freiburg (Haus Urach), Gründer der Stadt Vöhrenbach - 1244. Die Stadt ging nachfolgend in den Besitz der Grafen v. Fürstenberg über (um 1250).
Kloster St.Gallen - Benediktinerorden
Reichsabtei Kloster Salem - Zisterzienserorden
Kloster Tennenbach - Zisterzienserorden

