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Das Amt Vöhrenbach (1530-1808)
Fürstenbergische "Herrschaft über Wald"
- Landgrafschaft Baar -
Kirche und Rathaus der altfürstenbergischen Landstadt Vöhrenbach - Gemälde von 1639. Die Stadt führt ihre Anfänge urkundlich auf das Jahr 1244 zurück. Gegründet wurde diese von den Grafen von (Urach-)Freiburg. Das städtische Rathaus war auch zugleich Sitz des Amtes Vöhrenbach, als Nachfolger des Burgamtes Neufürstenberg. Die Burg wurde 1525 vom Schwarzwälder Haufen, angeführt von Hans Müller von Bulgenbach, gebrandschatzt und dauerhaft zerstört. Die Land- und Amtsstadt Vöhrenbach war bis 1806 ununterbrochen im Besitz der Fürstenberger. Kirche und Rathaus der altfürstenbergischen Landstadt Vöhrenbach - Gemälde von 1639. Die Stadt führt ihre Anfänge urkundlich auf das Jahr 1244 zurück. Gegründet wurde diese von den Grafen von (Urach-)Freiburg. Das städtische Rathaus war auch zugleich Sitz des Amtes Vöhrenbach, als Nachfolger des Burgamtes Neufürstenberg. Die Burg wurde 1525 vom Schwarzwälder Haufen, angeführt von Hans Müller von Bulgenbach, gebrandschatzt und dauerhaft zerstört. Die Land- und Amtsstadt Vöhrenbach war bis 1806 ununterbrochen im Besitz der Fürstenberger.
Die Burg und das Amt
"Die Burg Neufürstenberg ist als Herrschaftsmittelpunkt für die fürstenbergischen Besitzungen im Nordwesten der Landgrafschaft Baar erkennbar; sie nimmt eine herausgehobene Stellung unter den Ämtern in der Herrschaft über Wald ein."

Als die im Bregtal liegende Burg Neufürstenberg im Jahr 1525 durch aufständische Bauern zerstört wurde, bedeutete dies auch das Ende für das um 1360 errichtete Burgamt Neufürstenberg (Herrschaft).
Da an einen Wiederaufbau der vollständig ausgebrannten Burg nicht zu denken war, ergab sich für die damaligen Grafen - und späteren Fürsten - von Fürstenberg die Notwendigkeit, in ihrer Herrschaft einen neuen Amtssitz zu bestimmen. Ihre Wahl fiel auf die zentral im Bregtal liegende Landstadt Vöhrenbach und bereits 1530 ist ein Amt Vöhrenbach, als Nachfolger des Burgamtes Neufürstenberg, urkundlich nachweisbar.
Die Amtsgeschäfte wurden von den städtischen Lokalbeamten (Schultheiß = Amtsvogt, später auch ausschreibender Amtsvogt) wahrgenommen; das städtische Rathaus war auch zugleich repräsentativer Amtssitz.
Die herrschaftliche Stellung der vormaligen adeligen Burg- und Amtsvögte des Neufürstenberger Amtes wurde jedoch nicht auf das neue Amt übertragen. Es konnten somit auch keine klassischen "Obervögte" im Amt Vöhrenbach zwischen 1530 und 1802 nachgewiesen werden.
Der "typische" Obervogt erscheint hier als besoldeter Beamter, der in der Regel für eine in der Bestallung festgelegte Anzahl von Jahren Dienst leistete und eine Oberbehörde leitete. Das herrschaftliche Amt eines Obervogtes ist nur dem fürstenbergischen Beamten des Amtes Neustadt zuweisbar (Waldvogt, später Obervogt) - hier Verwaltungssitz der Oberbehörde über die Herrschaft/Ämter über Wald!
Gerichtsordnung - Constitutio Criminalis Carolina von 1532. Erläuterung siehe unten. Gerichtsordnung - Constitutio Criminalis Carolina von 1532. Erläuterung siehe unten.
Feststellbar ist, dass die lehensrechtlich verpflichteten Universalbeamten des 15. Jhs. (Adelige, Geistliche) nachfolgend durch Spezialbeamte abgelöst wurden (überwiegend Bürgerliche), die einer territorialrechtlichen Zentralverwaltung unterstanden.
Bei den Zentralbeamten schob sich die akademische Ausbildung immer stärker in den Vordergrund. Im Unterschied zu den Reichsständen Baden und Württemberg waren die fürstenbergischen Verwaltungsstrukturen deutlich ineffizienter ausgebildet, dieser verwaltungstechnische Rückstand konnte erst durch spätere Verwaltungsreformen ausgeglichen werden (siehe Neuzeit).
Die (Ämter-)Vögte, die an der Spitze der Bezirksämter als Unterbehörde standen, gehörten wie schon erwähnt nicht zu diesen Zentralbeamten. Sie waren aber oberste Verwaltungs- und Justizbeamte in ihrem Amtsbezirk, hatten aber nur "ähnliche" Aufgaben und Pflichten wie der Obervogt in der "Landgrafschaft". Die Differenzierung zwischen Schultheiß = Amtsvogt und dem später nachweisbaren "ausschreibenden" Amtsvogt muss am Beispiel des Amtes Vöhrenbach genauer betrachtet werden. In der Regel stammten diese (Ämter-)Vögte aus der bürgerlichen Einwohnerschaft der entsprechenden Amtsstadt.
Das Amt Vöhrenbach gehörte bis 1802 zum Obervogteiamt Neustadt, bevor es selbst zum "Hochfürstlich Fürstenbergischen Obervogteiamt", mit erstmaligem Sitz eines nun herrschaftlich bestallten Obervogtes innerhalb der Stadt, erhoben wurde.
Bauernführer Jäcklein Rohrbach wird 1525 in Neckargartach bei lebendigem Leib verbrannt; Hans Müller von Bulgenbach im gleichen Jahr durch das Schwert enthauptet. Bauernführer Jäcklein Rohrbach wird 1525 in Neckargartach bei lebendigem Leib verbrannt; Hans Müller von Bulgenbach im gleichen Jahr durch das Schwert enthauptet.
In Erinnerung - der "Deutsche Bauernkrieg" (1524-25)
Gewidmet den Denkern und Führern der Bundschuhbewegung, des armen Konrad, und den 100.000 Bauern, die auf dem Schlachtfeld oder durch die Blutgerichte des Adels und der Städte, im Kampf für Gleichheit und Freiheit, ihr Leben verloren haben.
"Hört ihr Leute, Wir bekämpfen nicht den Kaiser und nicht unser heiliges Reich. Wir wollen nur die Freiheit, die uns mit List und Grausamkeit genommen wurde. Unsere Recht[e] wollen wir ertrotzen und wenn notwendig dafür kämpfen. Die Fürsten und Ihre unchristlichen Vasallen stürzten uns in große Not und in eine noch nie dagewesene Rechtlosigkeit. Darum können wir Sie nicht mehr brauchen und sagen uns von ihnen los. Unsere Beschwerden nach den 12 Artikeln, die in allen deutschen Landen von den Bauern getragen werden, verkünde ich in Ehrfurcht vor Gott: ..."
WEB: Historische Hans - Müller Gruppe Bulgenbach e.V.
Graf Friedrich II. v. Fürstenberg (1496-1559), gemalt um 1550. Landesherr, kaiserlicher Obersthofmeister und Feldhauptmann - Stifter der Heiligenberger Linie (1516). Gemälde - Schloß Heiligenberg. Sein Tod führte zur Fürstenbergischen Landesteilung. Begünstigt durch das Aussterben von Erblinien konnte die Landeseinheit 1744 wieder als Ganzes hergestellt werden. Graf Friedrich II. v. Fürstenberg (1496-1559), gemalt um 1550. Landesherr, kaiserlicher Obersthofmeister und Feldhauptmann - Stifter der Heiligenberger Linie (1516). Gemälde - Schloß Heiligenberg. Sein Tod führte zur Fürstenbergischen Landesteilung. Begünstigt durch das Aussterben von Erblinien konnte die Landeseinheit 1744 wieder als Ganzes hergestellt werden.
Das Amt Vöhrenbach setzte sich aus den folgenden Amtsgemeinden/ Vogteien zusammen: Vöhrenbach mit Herzogenweiler, Langenbach, Schönenbach (-tal), Bregenbach mit Zindelstein, Hammereisenbach, Linach (-tal), Urach (-tal), Schollach (-tal), Eisenbach, Schwärzenbach, Rudenberg und Langenordnach [größte Ausdehnung des Amtes nach Tumbült, Bader u.a.].
In der Stadt Vöhrenbach und den Dörfern Langenbach und Linach existierte ein fürstenbergisches Niedergericht, für die Dörfer (Langen-)Ordnach, Rudenberg und Schwärzenbach, ist ein solches in Friedenweiler nachgewiesen.

Innerhalb des Amtes nahm die Siedlung Schönenbach eine sehr interessante Stellung ein, da diese erstens älter war als Vöhrenbach (erste urkundliche Erwähnung 1221), zweitens mit dem Prädium Runstal und Herzogenweiler in geschichtlicher Verbindung stand (Kloster St. Gallen und Salem), und drittens für nahezu 600 Jahre die Landesgrenze zwischen dem vorderösterreichischen Breisgau und der Herrschaft Fürstenberg bildete.
Die weltlichen Herren von Schönenbach waren einst die Herzöge von Zähringen, die zugleich auch Schirmvögte des Klosters St. Georgen waren. Nach deren Aussterben kam Schönenbach 1218 als Allodialbesitz der Zähringer an die Grafen von Urach, den späteren Grafen von (Urach-) Freiburg und Fürstenberg; seit 1406 gehörte Schönenbach dann zum Burgamt Neufürstenberg (Verwaltungssitz). Das Kloster St.Georgen besaß in Schönenbach noch grundherrliche Rechte (spätere Erlangung).
Die benachbarten Gebiete Furtwangen und Rohrbach fielen 1218 an die Herrschaft Triberg (Schirmvogt), da die Zähringer in diesen nur die Schirmvogteirechte inne hatten. Schönenbach stand in keiner herrschaftsrechtlichen Beziehung zur Herrschaft Triberg oder Vorderösterreich, sondern gehörte wie das Amt Vöhrenbach (auch Hauptzollamt) von jeher zu Fürstenberg und zum Reichskreis Schwaben!

icon jpg  Fürstenbergische Ländertafel (433 KB)
icon jpg  Karte der Herrschaft Triberg (575 KB) - ©Stadt Triberg
Kloster St.Georgen
Das an das Amt Vöhrenbach angrenzende Kloster St. Georgen besaß die "römische Freiheit" und war reichsunmittelbar mit dem Königtum verbunden.
Die Freiherren von Falkenstein und die Grafen/Herzöge von Württemberg besaßen hier die Klostervogteirechte. 1536 wurde die württembergische Landeshoheit über das Klostergebiet begründet und die Reformation eingeführt.
Die Reichsstandschaft des Klosters wandelte sich zur württembergischen Landsässigkeit; das Herzogtum Württemberg grenzte seither an das Amt Vöhrenbach an. In der Teilgemeinde Langenbach können noch heute entsprechende Zeugnisse (Grenzstein) besichtigt werden.
Fürstenbergischer Grenadier 1760 - Auch im Amt Vöhrenbach wurden Mannschaften für das fürstenbergische Kreismilitär angeworben oder ausgehoben. Dieses wurde im Fürstentum auch für Polizeiaufgaben herangezogen. Fürstenbergischer Grenadier 1760 - Auch im Amt Vöhrenbach wurden Mannschaften für das fürstenbergische Kreismilitär angeworben oder ausgehoben. Dieses wurde im Fürstentum auch für Polizeiaufgaben herangezogen.
Zu den Aufgaben des Amtes gehörte damals die Durchsetzung der Landes- und Polizeiordnung, die Umsetzung der herrschaftlichen Dekrete sowie die Bearbeitung aller vorkommenden Rechtsgeschäfte. Auch sollten die Jahrgerichte dort stattfinden und die aktuelle Fassung der Landesordnung öffentlich verlesen und den Untertanen eingeschärft werden.
Zur Durchsetzung der Polizeiordnung und des Landfriedens wurde später auch fürstenbergisches Kreismilitär herangezogen; die fürstenbergischen Landesherren hielten auch in Friedenszeiten ein Truppenkontingent ständig unter Waffen (50% der Kriegsstärke). Seit 1681 wurden die schwäbischen Kreis-Regimenter im Frieden nicht mehr abgedankt, sondern nur in ihren Truppenstärken reduziert (miles perpetuus circuli).

Vergehen oder Widersetzlichkeiten konnten durch öffentliche Auspeitschung - dem Bestreichen mit Ruten - geahndet werden, in den fürstenbergischen Amtsakten wurde dies genau vermerkt. Der schon aus dem Mittelalter bekannte "Pranger", die "Geige" und der "Maulschluß" wurden noch im 18. Jh. in Vöhrenbach vorgehalten [Nachweis: Urbar von 1796, Stadtknechte].
Die Verhängung von Strafen und deren öffentlicher Vollzug erfolgte im Sinne der Abschreckung durch angewandte Grausamkeit, wobei es sich im Fall der Stadt Vöhrenbach um eine niedergerichtliche Instanz handelte, die nur leichtere Vergehen ahnden konnte. Schwere Straftaten unterlagen der Hochgerichtsbarkeit (Blut- und Halsgericht), die mit Verstümmelung oder dem Tod geahndet werden konnten.
Constitutio Criminalis Theresiana von 1769 (CCT) - ©Wikipedia. Nachfolgewerk der Constitutio Criminalis Carolina (CCC) oder Carolina von 1532. Constitutio Criminalis Theresiana von 1769 (CCT) - ©Wikipedia. Nachfolgewerk der Constitutio Criminalis Carolina (CCC) oder Carolina von 1532.
Die Verhängung der Todesstrafe setzte eine hochgerichtliche Instanz voraus, die nach der damaligen Prozessordnung auch die Folter (peinliche Befragung) anwendete. Im ersten Grad noch die physische Androhung von Gewalt durch Folterung, im zweiten Grad bereits die leichte Folter wie Händequetschen, Daumenquetschen und der spanische Stiefel. Im dritten Grad dann die schwere Folter wie Strecken, trockenes Aufhängen, Feuer und Hitze, die Wasserfolter, das Aufziehen und das spanische Pferd.
Zumeist war die Hinrichtung dann eine Erlösung, sofern es sich um eine schnelle Tötungsart handelte (Schwert, Strang). Das Vierteilen oder Ausweiden des Verurteilten, oder das Flechten auf das Rad, waren die grausamsten Tötungsmethoden dieser Zeit. Die Tortur wurde bei vollem Bewusstsein des Verurteilten durchgeführt, als Gnadenakt konnte jedoch eine vorangehende "sanftere" Tötung erlassen werden. Der entseelte Leichnam wurde dann der schlächterischen Behandlung unterworfen.
Ein besonders widerwärtiges Verfahren stellte die in der Constitutio Criminalis Theresiana (1769) vorgesehene "verschärfte" Hinrichtung von Frauen dar: Die Hinzurichtende solle „auf die gewöhnliche Richtstatt geführet, ihr beide Brüste mit glühenden Zangen herausgerissen, und sie folgends mit dem Schwert vom Leben zum Tod hingerichtet werden“.
Das Werk galt als rückständig, blieb aber bis 1787 in den österreichischen Ländern in Kraft. Das nachfolgende Josephinische Strafgesetz schaffte die Folterung dann ab.

Adobe Pdf  Constitutio Criminalis Carolina von 1532 (Web-Link)
Adobe Pdf  Constitutio Criminalis Theresiana von 1769 (Pdf - 25,7 MB)
Beispiel: Erbhuldigung für Graf Botho zu Stolberg am 10. Nov. 1417 auf dem Marktplatz in Wernigerode - ©unbekannt
Beispiel: Erbhuldigung für Graf Botho zu Stolberg am 10. Nov. 1417 auf dem Marktplatz in Wernigerode - ©unbekannt
Als besonderer Anlass galt bei einem Regierungswechsel die sogenannte Erbhuldigung. Hierzu versammelte sich die gesamte Mannschaft des "Amtes" in Vöhrenbach und huldigte dort dem neuen fürstenbergischen Landesherrn (1579, 1596, 1632); im Gegenzug musste der Fürstenberger die Einhaltung der alten Rechte und Gerechtigkeiten vor den über 1.000 anwesenden Untertanen versprechen. Ein zeitgeschichtlich herausragendes Ereignis für das Amt. Auf die korrekte Durchführung der Huldigung wurde seitens der Herrschaft großer Wert gelegt, abwesende Untertanen mussten zu einer Nachhuldigung erscheinen.

1753 wurden durch eine Verwaltungsreform die Amtsgemeinden Eisenbach und Bregenbach dem Amt Neustadt "anteilig" zugeordnet.
Das Amt Neustadt umfasste ursprünglich nur wenige Vogteien (3 Vogteien), entwickelte sich aber zum Verwaltungssitz der Oberbehörde in der Herrschaft über Wald.
Obervogteiamt Vöhrenbach - Baurisszeichnung - F.F.Archiv Obervogteiamt Vöhrenbach - Baurisszeichnung - F.F.Archiv
Wenige Jahre vor der Mediatisierung des Fürstentums Fürstenberg wurde von der fürstlichen Regierung eine neue Verwaltungsreform auf den Weg gebracht. Die großen Ämter sollten verkleinert und die ländliche Verwaltungsebene effizienter ausgebaut werden. Im Bereich des Bregtals wurde hierzu in der Stadt Vöhrenbach ein neues Obervogteiamt gebildet und der Neubau eines standesgemäßen Amtshauses erstellt; das Gebäude besteht noch heute. Im Jahr 1802 bezog der erste Obervogt und fürstenbergische Beamte Joseph Schwab (aus Wolfach) seine neue Amtsstelle im Obervogteiamt Vöhrenbach; 1805 folgte ihm der letzte amtierende Obervogt Karl Stuckle (aus Geisingen) nach. Schon drei Jahre später kam dann das Ende für das fürstenbergische Obervogteiamt Vöhrenbach; der "Badische Staat" beseitigte das "standesherrliche" Amt im Jahr 1808; die landesherrliche Verordnung vom 22.12.1807 überführte das Amt erstmalig in den Verwaltungsbereich des neu gebildeten "badischen" Obervogteiamtes Villingen (Provinz Oberrhein). Zu diesem Zeitpunkt umfasste das Obervogteiamt Vöhrenbach die folgenden Amtsgemeinden/Vogteien/Einzelgebiete: Vöhrenbach mit Herzogenweiler, Langenbach, Schönenbach (-tal), Alt- und Neufürstenberg, Linach (-tal), Urach (-tal), Fahlenbach (-tal), Schollach (-tal), Schwärzenbach und Langenordnach.

Fürstenbergische Territorien nach 1559 - ©Ronald Asch. Die Amtsgrenzen in der Herrschaft über Wald sind vereinfacht dargestellt. Das Vöhrenbacher Amt schob sich stärker in das Gebiet des Amtes Neustadt hinein (Vogteien Eisenbach, Rudenberg, Langenordnach) - größte Ausdehnung des Amtes nach Tumbült, Bader u.a. Fürstenbergische Territorien nach 1559 - ©Ronald Asch. Die Amtsgrenzen in der Herrschaft über Wald sind vereinfacht dargestellt. Das Vöhrenbacher Amt schob sich stärker in das Gebiet des Amtes Neustadt hinein (Vogteien Eisenbach, Rudenberg, Langenordnach) - größte Ausdehnung des Amtes nach Tumbült, Bader u.a.
Die Herrschaft über Wald
Die fürstenbergischen Ämter über Wald (Löffingen, Neustadt, Neufürstenberg/Vöhrenbach - nach 1491 auch Lenzkirch) waren die ersten größeren Verwaltungsbezirke in der Landgrafschaft Baar überhaupt!
Im Unterschied zu den anderen fürstenbergischen Gebieten nahmen die vier Ämter in der "Herrschaft über Wald" eine Sonderstellung ein, da es sich hier um vollkommen geschlossene Herrschaftsbezirke handelte.
Spätestens nach dem Herauslösen des Klosters Friedenweiler aus der Schirmherrschaft des Klosters St.Georgen (1536) durch Graf Friedrich II. v. Fürstenberg (Kastvogt, Klostervogt von Friedenweiler) waren die Bezirke über Wald geschlossen in fürstenbergischer Hand. In diesen hatten die Fürstenberger ungeschmälerte Rechte; sie waren die alleinigen Inhaber der Grundherrschaft und Gerichtsherrschaft, der Hochgerichtsbarkeit und Niedergerichtsbarkeit. Weitere Rechte waren das Marktrecht, das Geleitrecht, Aufsicht über das Gewerbe der Gastwirte, Bäcker und Metzger, das Bergregal, das Zollrecht, das Strom- und Wasserrecht, der Mühlenbann, die Militärhoheit, das Münzrecht, die Aufsicht über Maße und Gewichte, das Forst- und Jagdbannrecht und das Recht zu Gebot und Verbot (Zwing und Bann).
Die Ämter über Wald wurden in ihrer Gesamtheit als Herrschaft angesprochen; zeitweise wurde diese von einem beamteten Waldvogt als Oberbehörde betreut (Schwarzwaldregierung, Amt Neustadt - später Obervogteiamt).
Stammwappen des Hauses Fürstenberg Stammwappen des Hauses Fürstenberg
Aufgrund der unsäglichen Erbteilungen im Haus Fürstenberg über einen wirksamen Zeitraum von über 150 Jahren ergab sich für die Ämter der Herrschaft über Wald die Schwierigkeit, die finanziellen Lasten von mehreren herrschaftlichen Grafenhöfen mittragen zu müssen (seit der Landesteilung von 1559); die Landgrafschaft Baar stand zum Beispiel 1579 vor dem Bankrott. Das Haus Fürstenberg zersplitterte sich in Klein- und Kleinstterritorien und verlor deutlich an Gewicht gegenüber den angrenzenden größeren Reichsständen; es drohte ein möglicher Abstieg aus dem Hochadel. Im Grunde ergab sich hier ein wirres Durcheinander von Erbteilungen, die allesamt keinen wirklichen Nutzen brachten und nur weitere Probleme schufen. Eine Besserung trat erst wieder zu Beginn des 18. Jhs. ein (1716, 1744). Begünstigt durch das Aussterben fürstenbergischer Erblinien konnten die Besitzungen wieder vereinigt werden (vollständige Einheit 1744 hergestellt).
Fürst Anton Egon zu Fürstenberg aus der Heiligenberger Linie (1656-1716). Statthalter des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August des Starken in Kursachsen (1697-1716). Der Fürst nahm als kursächsischer Statthalter im Kontext der 1697 begründeten sächsisch-polnischen Personalunion eine zentrale Rolle ein. Als Landfremder außerhalb und als souveräner Reichsfürst weit über dem sächsischen Adel stehend, hatte er auch in zeremonieller Hinsicht die häufige Abwesenheit des Herrschers zu kaschieren. In seinem Amt als Statthalter vereinigte der Fürst eine außerordentliche Machtfülle, er erhielt auch unbeschränkte Befugnisse zur Abstellung von Missbräuchen in Kursachsen. Als Oberhaupt aller sächsischen Regierungsorgane wurde ihm auch ein Sonderstatus im Hofzeremoniell eingeräumt und die Zubilligung einer persönlichen Leibgarde zugestanden. Fürst Anton Egon war mit der Gräfin Marie de Ligny verheiratet, eine Nichte des französischen Königs Ludwig XIV. Die 1677 in Paris vollzogene Eheverbindung eines deutschen Reichsfürsten mit einer nahen Verwandten des französischen Königs löste drastische Sanktionen des habsburgischen Kaiserhauses aus. Die Heirat erfolgte ohne kaiserlichen Dispens, ein hochpolitischer Eklat. Fürst Anton Egon zu Fürstenberg aus der Heiligenberger Linie (1656-1716). Statthalter des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August des Starken in Kursachsen (1697-1716). Der Fürst nahm als kursächsischer Statthalter im Kontext der 1697 begründeten sächsisch-polnischen Personalunion eine zentrale Rolle ein. Als Landfremder außerhalb und als souveräner Reichsfürst weit über dem sächsischen Adel stehend, hatte er auch in zeremonieller Hinsicht die häufige Abwesenheit des Herrschers zu kaschieren. In seinem Amt als Statthalter vereinigte der Fürst eine außerordentliche Machtfülle, er erhielt auch unbeschränkte Befugnisse zur Abstellung von Missbräuchen in Kursachsen. Als Oberhaupt aller sächsischen Regierungsorgane wurde ihm auch ein Sonderstatus im Hofzeremoniell eingeräumt und die Zubilligung einer persönlichen Leibgarde zugestanden. Fürst Anton Egon war mit der Gräfin Marie de Ligny verheiratet, eine Nichte des französischen Königs Ludwig XIV. Die 1677 in Paris vollzogene Eheverbindung eines deutschen Reichsfürsten mit einer nahen Verwandten des französischen Königs löste drastische Sanktionen des habsburgischen Kaiserhauses aus. Die Heirat erfolgte ohne kaiserlichen Dispens, ein hochpolitischer Eklat.
In fremden Diensten
Letztendlich waren die Einkünfte aus diesen verkleinerten Herrschaften für die standesgemäße Hofhaltung der herrschaftlichen Residenzen nicht immer ausreichend und so waren die Fürstenberger angehalten in fremden Diensten ein zusätzliches Auskommen zu suchen (Militär-, Verwaltungs- und Diplomatische Dienste). Es liegen hier sehr interessante Biografien vor.

Adobe Pdf  Mauerer, Esteban: Südwestdeutscher Reichsadel im 17. und 18. Jh. - Geld, Reputation, Karriere: Das Haus Fürstenberg - Bayerische Staatsbibliothek, Internet-Ausgabe.

Fürstenbergischer Bergbau
Als sehr vorteilhaft für den fürstenbergischen Bergbau erwies sich zum Beispiel das hohe Regierungsamt des Fürsten Anton Egon v. Fürstenberg-Heiligenberg (*1656, +1716) in Sachsen, der vom sächsischen Kurfürsten und polnischen König August dem Starken zum "Statthalter Kursachsens" ernannt wurde (1697-1716).
Fürst Anton Egon entsandte angeworbene sächsische Bergbauspezialisten in die fürstenbergischen Erzabbaugebiete zur Verbesserung des dortigen Bergbaus; Sachsen galt zu dieser Zeit als führend in der Bergbau- und Hüttentechnik. Das Eisen(berg)werk Hammereisenbach im Amt Vöhrenbach profitierte hier sehr von den fortgeschrittenen Erfahrungen der sächsischen Bergbauspezialisten (1711-1716). Aus der umfangreichen Korrespondenz zwischen dem bergbautechnisch versierten Fürsten in Dresden und seinem aus Sachsen stammenden Werkleiters Carl Renner in Hammereisenbach lässt sich das gesteigerte Interesse des Landesherrn an der Weiterentwicklung des Eisen(berg)werkes entnehmen. Schon 1710 entschied sich Fürst Anton Egon für die Übernahme des Werkes in eigene Regie, eine Verpachtung an Dritte wurde von ihm verworfen (gegen Ende 1715 jedoch wieder angedacht).
Der Tod des Fürsten verhinderte die Errichtung einer sich bereits in fortgeschrittener Planung befindlichen fürstenbergischen Stahl- und Gewehrfabrik. Das Projekt wurde nachfolgend nicht weitergeführt und das Eisen(berg)werk an ein schweizerisches Konsortium verpachtet.
1729 ergab sich für die beiden Regierungen Fürstenberg-Stühlingen und Fürstenberg-Messkirch kurzfristig die Frage, ob das Eisenwerk wieder in eigener Regie betrieben werden sollte, es blieb aber auch hier bei der Verpachtung. Fürst Carl Friedrich v. Fürstenberg-Messkirch erwog später dennoch die Möglichkeit, dass Eisenwerk in alleiniger Regie zu betreiben. Er äußerte sich in einem Schreiben wie folgt: "... Gleichwie nun aber unsere Intention keineswegs dahin geht, ein so kostbahres Werck gäntzlich stillzusetzen, sondern vielmehr darauf zu reflektieren, wie etwa zur Conservation der vielen Gebäu und Wasserleitungen wiederumb auf thunliche und adäquate Conditiones elociert werden könne, und sofort das Werck alsdann zum gemeinschaftlichen Nutzen mit mehrerem Vortheil zu continuieren sein dörfte ...". Sein Tod (1744) verhinderte dieses Projekt. Der in der Regierung nachfolgende Fürst Joseph Wilhelm Ernst nahm sich dann der schwebenden Bergwerksangelegenheit an (siehe unten - Modernisierung der Herrschaft, Bergbau).
1. Die Neuzeit
Vom Werden des Fürstentums Fürstenberg
Fürst Joseph Wilhelm Ernst (1699-1762) aus der landgräflichen Linie Stühlingen; des Heiligen Römischen Reichs Fürst zu Fürstenberg, Landgraf in der Baar und zu Stühlingen, Graf zu Heiligenberg und Werdenberg, Freiherr zu Gundelfingen, Herr zu Hausen im Kinzigtal, Meßkirch, Hohenhöwen, Wildenstein, Waldsberg, Werenwag, Immendingen, Weitra und Pürglitz etc. etc. Fürst Joseph Wilhelm Ernst (1699-1762) aus der landgräflichen Linie Stühlingen; des Heiligen Römischen Reichs Fürst zu Fürstenberg, Landgraf in der Baar und zu Stühlingen, Graf zu Heiligenberg und Werdenberg, Freiherr zu Gundelfingen, Herr zu Hausen im Kinzigtal, Meßkirch, Hohenhöwen, Wildenstein, Waldsberg, Werenwag, Immendingen, Weitra und Pürglitz etc. etc.
Fürst Joseph Wilhelm Ernst zu Fürstenberg (1699-1762)
Schöpfer des neuzeitlichen fürstenbergischen Staatswesen

Unter seiner Herrschaft wurden die vereinigten fürstenbergischen Lande in die vier Oberämter Hüfingen (mit Residenz), Heiligenberg, Meßkirch, Wolfach und zehn untergeordnete Obervogteiämter aufgeteilt; jedes Oberamt wurde von einem Oberamtmann geleitet, dem ein bis zwei Oberamtsräte und ein Oberamtssekretär zugeordnet waren.
Den Obervogteiämtern stand je ein Obervogt vor, der als direkter Vertreter des Landesherrn mit richterlichen Befugnissen ausgestattet war und von einem Sekretär unterstützt wurde.


In den Händen dieser Beamten lag die Justizpflege und die Verwaltung; die städtischen und Ortsgerichte existierten aber nach wie vor, waren aber nur noch für geringfügige Rechtsfälle zuständig.
Die überkommenen Verwaltungsstrukturen wurden hier deutlich gestrafft und zentralisiert. Das alte System der Lokalbeamten, den Schultheißen und Dorfvögten, wurde dort um Oberbehörden ergänzt, wo diese noch nicht vorhanden waren.
Die zehn Obervogteiämter gliederten sich wie folgt: Blumberg, Engen, Haslach, Jungnau, Löffingen, Möhringen, Neufra, Neustadt, Stühlingen und Trochtelfingen - seit 1802 zusätzlich auch das "reformierte" Obervogteiamt "Vöhrenbach".
Ergänzend bleibt anzumerken, dass in den Ämtern neben den fürstlichen Behörden noch selbstständige Einrichtungen der Landschaften bestanden. Diese waren für den Einzug von Steuern verantwortlich und aus deren Kassen wurden die Reichs- und Kreisabgaben, Kriegskontributionen und Devotionalbeiträge gezahlt.
Der Südwesten Deutschlands und die Fürstenbergischen Lande im Jahr 1789. Fsm. Fürstenberg mit den Landgrafschaften Baar und Stühlingen, der Grafschaft Heiligenberg, den Herrschaften Gundelfingen, Hausen i.K., Messkirch, Hohenhöwen, Wildenstein, Waldsberg, Werenwag, Immendingen, Schlatt a.R., Aulfingen und Hausen vor Wald. Der Südwesten Deutschlands und die Fürstenbergischen Lande im Jahr 1789. Fsm. Fürstenberg mit den Landgrafschaften Baar und Stühlingen, der Grafschaft Heiligenberg, den Herrschaften Gundelfingen, Hausen i.K., Messkirch, Hohenhöwen, Wildenstein, Waldsberg, Werenwag, Immendingen, Schlatt a.R., Aulfingen und Hausen vor Wald.
Seit der Vereinigung der Fürstenbergischen Lande von 1744 umfasste das Fürstentum eine Fläche von nahezu 2100 qkm mit annähernd 90.000 Einwohnern (um 1806).
Das Fürstentum zählte neben den größten weltlichen Reichsständen, dem Herzogtum Württemberg, den beiden badischen Markgrafschaften, sowie den Fürstentümern Hohenzollern und Öttingen, zu den hervorzuhebenden Ständen im Reichskreis Schwaben.
Wenngleich das Fürstentum Fürstenberg reichsrechtlich keine Einheit gegenüber Kaiser und Reichskreis bildete, sondern eine Vereinigung kleinerer Gebietsteile und Herrschaftsrechte unter einem reichsunmittelbaren Fürsten darstellte, hatte sich dennoch ein modernes Staatswesen in der Größe des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha herausgebildet, welches für die Verwaltung ein Ganzes war und 1744 den viertgrößten Territorialstaat im Reichskreis Schwaben bildete.
Die umfassenden Besitzungen in Niederösterreich (Landgrafschaft Weitra) und Böhmen (Pürglitz/Křivoklát) wurden nicht berücksichtigt, sie sollen hier aber zumindest Erwähnung finden!

Fsm Fürstenberg - Grenzstein (Obervogteiamt Blumberg) Fsm Fürstenberg - Grenzstein (Obervogteiamt Blumberg)
Herrschaft über Wald
Das Gebiet der "Herrschaft über Wald" fand seine Einteilung zum Oberamt Hüfingen, welches als "Erstes" unter den Oberämtern angesehen wurde und in nächster Nachbarschaft zur fürstlichen Residenz in Donaueschingen lag. Die Residenz war verwaltungstechnisch dem Oberamt Hüfingen zugeordnet.

 
Donaueschingen - 1827
Residenz Donaueschingen - 1827
Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen
2. Modernisierung der Herrschaft
Merkantilistische Epoche - Frühmoderne - Liberale Wirtschaftsära (Standesherrschaft)
Ausbeutetaler der Grube St. Sophia bei Wittichen im Kinzigtal, 1762 - Vs: Fürst Joseph Wilhelm Ernst zu Fürstenberg - Rs: Gekröntes Wappen mit Orden vom Goldenen Vlies in Kartusche und Jahreszahl. Geprägt in München; Prägestempel vom Medailleur Franz Andreas Schega; ausgegeben nach der süddeutschen Münzkonvention von 1753. Die Grube St.Sophia entwickelte sich im 18.Jh. zur ergiebigsten Bergbaustätte im Kinzigtal und erzielte von 1721 bis 1858 einen Erlös von 555.663 Gulden durch Silber- und Kobalterzabbau. Der Gesamterlös aller Gruben im Kinzigtal betrug 2.162.428 Gulden (1700-1858), oder in Gewichten: 13,5 Tonnen Silber, 2.730 Tonnen Kobalterze, 604 Tonnen Kupfer, 250 Tonnen Blei, 2.325 Tonnen Baryt und 42 Tonnen Flussspat. Die im fürstenbergischen Kinzigtal liegenden Gruben wurden vom Unterbergamt Wolfach verwaltet. Dieses Amt war wiederum dem Oberbergamt Stühlingen (bis 1723) und später dem Oberbergamt Donaueschingen unterstellt, welches der fürstenbergischen Hofkammer (Regierung) angeschlossen war. Im Rückblick betrachtet war der Kinzigtäler Bergbau unter Einbeziehung der Erlöse aus der Farberzeugung aus Kobalterz (Farbenfirma) durchaus rentabel. Ausbeutetaler der Grube St. Sophia bei Wittichen im Kinzigtal, 1762 - Vs: Fürst Joseph Wilhelm Ernst zu Fürstenberg - Rs: Gekröntes Wappen mit Orden vom Goldenen Vlies in Kartusche und Jahreszahl. Geprägt in München; Prägestempel vom Medailleur Franz Andreas Schega; ausgegeben nach der süddeutschen Münzkonvention von 1753. Die Grube St.Sophia entwickelte sich im 18.Jh. zur ergiebigsten Bergbaustätte im Kinzigtal und erzielte von 1721 bis 1858 einen Erlös von 555.663 Gulden durch Silber- und Kobalterzabbau. Der Gesamterlös aller Gruben im Kinzigtal betrug 2.162.428 Gulden (1700-1858), oder in Gewichten: 13,5 Tonnen Silber, 2.730 Tonnen Kobalterze, 604 Tonnen Kupfer, 250 Tonnen Blei, 2.325 Tonnen Baryt und 42 Tonnen Flussspat. Die im fürstenbergischen Kinzigtal liegenden Gruben wurden vom Unterbergamt Wolfach verwaltet. Dieses Amt war wiederum dem Oberbergamt Stühlingen (bis 1723) und später dem Oberbergamt Donaueschingen unterstellt, welches der fürstenbergischen Hofkammer (Regierung) angeschlossen war. Im Rückblick betrachtet war der Kinzigtäler Bergbau unter Einbeziehung der Erlöse aus der Farberzeugung aus Kobalterz (Farbenfirma) durchaus rentabel.
Fürst Joseph Wilhelm Ernst zu Fürstenberg reformierte tatkräftig nach eigener Vorgabe: "zur Beförderung dero sämtlichen Land und Leuthen ein convenabler neuer Regierungsstaat einzurichten sei".
Das Regierungskollegium in Donaueschingen wurde neu geordnet, die neu gegliederte Finanzverwaltung vom Justizwesen und das Hofwesen von der Staatsverwaltung klar getrennt. Auch wurde die Geschäftsführung der Hofkanzlei (Hofkammer) reformiert und die Dienstverhältnisse der Beamten neu organisiert.
Die Zentralisierung der Regierung in Donaueschingen erforderte auch den Ausbau der Residenz: Erweiterung des Schlosses, Errichtung eines Regierungs-, Archiv- und Wohngebäudes für die Beamtenschaft, ferner der Neubau der Pfarrkirche und die Gründung einer Brauerei.

Zur Verbesserung der Wirtschaftskraft wurden weitere Maßnahmen umgesetzt: Förderung der rentablen Bergwerke im Kinzigtal (Grube St.Sophia, Silber- und Kobalterze) und des Eisenhüttenwerkes in Hammereisenbach (Amt Vöhrenbach), Errichtung von Stauwerken zur Holzflößung, die Einführung von Torf als Brennstoff zur Schonung der durch Raubbau stark geschädigten Waldbestände (!), die Regulierung des Münzwesens, die Angleichung der verschiedenen Maße und Gewichte im Fürstentum und die Gründung von Manufakturen.
Aus der Tradition der fürstlichen Regale - Einnahmequellen der fürstlichen Schatzkammer - entwickelte sich die Vorstellung, durch die Verleihung von Monopolen an einen dem Fürsten ergebenen Unternehmer diesem einen sicheren Markt zu verschaffen und den daraus resultierenden Reichtum gut kontrollieren und gezielt abschöpfen zu können => Merkantilistische Epoche [Wikipedia]

2.1 Fürstenbergischer Bergbau
Als sehr lohnenswert erwies sich der Bergbau im fürstenbergischen Kinzigtal. Durch die Freilegung von großen Silbererz- und Kobaltanbrüchen in der Grube St.Sophia bei Wittichen (1737) erfuhr der Kinzigtäler Bergbau einen starken Aufschwung. Der Bergbau wurde dort bis 1858 betrieben und kann auf eine hochinteressante Geschichte zurückblicken.
In diesem Zusammenhang kann ebenfalls auf das fürstenbergische Eisenhüttenwerk Hammereisenbach und das Bergamt Eisenbach verwiesen werden (Amt Vöhrenbach). Der Bergbau im Eisenbachtal und seinen Nebentälern lässt sich bis 1523 urkundlich zurückverfolgen und es sind etwa 95-100 erzführende Gänge nachgewiesen (Eisen- und Manganerze, Abbau im Tag- und Stollenbau); die ältesten Gruben im Fahlenbach (Seitental des Urachtals) wurden auch als Silbergruben bezeichnet (nierenweise einbrechende Silbererze - geringe Vorkommen), es wurden dort jedoch überwiegend Manganerze abgebaut. In Vöhrenbach selbst sind vorwiegend brauneisenerzführende Erze (Baryt = Schwerspat) anzutreffen.

Bergbau im Mittelalter - Georgius Agricola: De Re Metallica Libri XII (1557). In der Regel bestand ein Schmelz- und Hüttenwerk im 14./15. Jh. aus vier Abteilungen, die räumlich voneinander getrennt sein konnten: 1. Erzgräberei und Wäsche, 2. Holzmacherei und Köhlerei, 3. Schmelze und 4. Hütte (Hammerwerk). In der Hammerschmiede wurden die Masseln im Läuter-/Frischfeuer unter Luftzutritt umgearbeitet. Der große Aufwurfhammer trieb durch massive Schläge die Schlacke aus dem knetbaren Eisen. Die Fachkräfte teilten sich in Meister, angelernte Arbeiter (Laboranten) und Hilfskräfte auf. Bergbau im Mittelalter - Georgius Agricola: De Re Metallica Libri XII (1557). In der Regel bestand ein Schmelz- und Hüttenwerk im 14./15. Jh. aus vier Abteilungen, die räumlich voneinander getrennt sein konnten: 1. Erzgräberei und Wäsche, 2. Holzmacherei und Köhlerei, 3. Schmelze und 4. Hütte (Hammerwerk). In der Hammerschmiede wurden die Masseln im Läuter-/Frischfeuer unter Luftzutritt umgearbeitet. Der große Aufwurfhammer trieb durch massive Schläge die Schlacke aus dem knetbaren Eisen. Die Fachkräfte teilten sich in Meister, angelernte Arbeiter (Laboranten) und Hilfskräfte auf.
Das Eisenhüttenwerk Hammereisenbach
Der Bergbau im Eisenbachtal wurde anfänglich schon vor 1523 betrieben, die Bergwerk-Verleihungen von 1478, 1514 und zwischen 1514 und 1523 deuten darauf hin. Es wurde aber wie schon erwähnt erst seit 1523 nennenswert abgebaut. Aufgrund seines Alters gehörte das Revier zu den ersten Eisenbergwerken auf dem Schwarzwald.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom 27.7.1523 - Verleihung des Eisen- und Stahlbergwerk Eisenbach an Philipp von Allmendshofen zu Aulfingen; 1533 berichtete die hiesige Bergverwaltung, dass die Schächte, aus denen das Erz gewonnen wurde, unmittelbar neben dem Schmelzofen begonnen haben. Interessanterweise wird auch erwähnt, dass noch "alte vergangene Schächte" im Gelände auffindbar waren und somit von einem "hohen Alter" des Eisenbacher Bergbaus ausgegangen werden muss.

1533 bestand das Hüttenwerk Hammereisenbach aus "fünf" voneinander getrennten Abteilungen:
1. der Holzabteilung mit 1 Holzmeister, etlichen Hackern, Spaltern, Schindelmachern und 1 Zimmermann
2. der Köhlerei mit 1 Kohlmeister und mehreren Kohlknechten
3. dem "Bergwerk" mit Erzknappen und Erzwäschern
4. der Schmelzhütte mit 1 Schmelzer, 1 Aufsetzer, mehreren Ofenknechten und Schlackenpochern
5. der Schmiede mit 1 Läutermeister und 1 Knecht,
sowie 1 Schmiedemeister mit 1 Knecht.
Hinzu kamen noch Tagelöhner, Fuhrleute, ein Hufschmied und ein Wagner.

Während der schweren Finanzkrise in der Landgrafschaft Baar im 16. Jh. waren die gewerckhe des Eysenbachs (Vöhrenbacher Amt) eine wichtige Stütze der landgräflichen Finanzen und ermöglichten zwischen 1579 und 1582 die Gewährung größerer Darlehen, obwohl sich zu dieser Zeit kein besonderer geschäftlicher Erfolg für die Pächter einstellte!
Bergknapp mit Bergbarte - Hans Sachs Ständebuch, 1568 Bergknapp mit Bergbarte - Hans Sachs Ständebuch, 1568
Arbeiterverhältnisse
Hinsichtlich der Lebensumstände der beschäftigten Arbeiter wurde am 16. Juli 1599 für das Hüttenwerk Hammereisenbach eine interessante Ordnung festgelegt: Die Arbeiter waren in zwei Klassen eingeteilt; in der ersten durfte jeder eine Kuh, in der zweiten je 2 Gaisen halten. In der Holzarbeit "im Gsell" waren 13 Arbeiter, darunter 2 Weiber, die zusammen 29 Gaisen hielten. In der oberen Holzarbeit (Köhlerei) und beim Schmelzofen 19 Arbeiter, davon hatten 7 je eine Kuh, einer 2 Gänse und der Holzmeister 2 Kühe. Im ganzen 57 Arbeiter mit einem Viehbestande von 41 Gaisen, 39 Kühen und 1 Pferd. Sie benutzten die gemeinen Weiden usw. [Beck, Geschichte des Eisens 2, 705]
Die erlaubte Viehhaltung, die Überlassung der Weidewiesen und der nur notdürftig eingerichteten Wohnungen wurde auf den kargen Lohn angerechnet. Wegen zu großen Schadens an den Neupflanzungen wurde 1718 die Viehhaltung verboten. [Worring]
 
Die Arbeitszeiten betrugen im Hüttenwerk anfänglich bis zu 16 Stunden pro Tag; die Kirche konnte aber durch Proteste diese unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf ein erträgliches Maß zurückführen (Arbeitsruhe bei Sonn- und Feiertagen). Der Merkantilismus des 17. Jhs. unterdrückte in seiner reinen Anwendung die Arbeiterklasse und hielt diese am untersten Limit der Lebensbedingungen um kostengünstigste Waren produzieren zu können. Es zählte nur die Maximierung der Produktion ohne Rücksichtnahme auf weitergehende menschliche Bedürfnisse der Arbeiterschaft.

pdficon small Neo-Merkantilismus: Die Unterwanderung der sozialen Marktwirtschaft (Pdf, 480 KB)

Im Rückblick betrachtet haben die unzähligen Verpachtungen des Hüttenwerks den Fürstenbergern nur einen bescheidenen Erfolg beschert. Die Erwartungen waren stets hoch angesiedelt, die Realität jedoch ernüchternd. Erst mit der dauerhaften Übernahme des Werkes in eigener Regie ergaben sich dann auch die erhofften betriebswirtschaftlichen Steigerungen, auch wenn diese mit Rückschlägen verbunden waren.
Erste Ansätze einer betrieblichen Lohn- und Sozialpolitik sind deshalb auch erst um 1760 beginnend erkennbar (Regiebetrieb) - hier: Lohnanhebung, Pensions-, Kur- und Witwenzahlungen, Einführung einer Bruderlade und Werkschaftskasse. Zu Beginn des 19. Jhs. nimmt auch die Gesundheitvorsorge zu, es wurde ein Hüttenarzt im Werk angestellt. 1767 wurde auch der permanenten Brandgefahr Rechnung getragen, es war nun eine eigene Wasserspritze zur Feuerbekämpfung im Werk vorhanden. [Worring]
Erzgangsuche - Georgius Agricola: De Re Metallica Libri XII (1557). Erzgangsuche - Georgius Agricola: De Re Metallica Libri XII (1557).
Mit dem Neubau eines Schmelzofens im Schmelzdobel (Hammereisenbach-Bregenbach) erfuhr der Grubenbetrieb einen deutlichen Aufschwung; 1656 befanden sich bereits 25 Gruben in Betrieb. Diese verteilten sich wie folgt: Fahlenbach 8, Schollach 1, im Griffelwald 1, an der Bernreute 1, im Fischerberg 1, in Eisenbach und Wiesbach 10 und im Rappenloch 3 Gruben.
Zum Auffinden neuer Erzgänge wurden neben der traditionellen Erstellung von Schürfgräben auch Wünschelrutengänger eingesetzt. [Agricola] berichtet in seinem Werk jedoch vom mäßigen Erfolg dieser Methode und verweist auf das herkömmliche und erfolgreichere Verfahren der Schürfgrabung.
Im Bezirk Eisenbach endete der Bergbau in den 1660-er Jahren; seine Weiterführung fand er im Ort Hammereisenbach und den angegliederten Schmelzhütten in Ippingen-Bachzimmern und Kriegertal.
Bergbaurevier Eisenbach - ©Geologisches Landesamt Baden-Württemberg. Bergbaurevier Eisenbach - ©Geologisches Landesamt Baden-Württemberg.
Lokalisation - das historische Bergbau-Revier wurde in drei Bezirke unterschieden: a) Bezirk Eisenbach, b) Bezirk und Grubenfeld Fahlenbach und c) Bezirk und Grubenfeld Schwarzwaldsegen beim Fischerhof, Hammereisenbach und dem Winterhof.
Alle drei Bezirke lagen im Amt Neufürstenberg/Vöhrenbach.

Benachbarte Ganglagerstätten/-vorkommen:
- Silberacker bei Vöhrenbach
- Kesselberg bei Oberkirnach/St.Georgen
- Friedenweiler

Das Eisenbacher Revier umfasst nach neuzeitlicher Definition das Gebiet innerhalb der Umfangslinie Hammereisenbach, Bubenbach, Oberbränd, Friedenweiler, Neustadt, Schwärzenbach, Schollach, Schönenbach, Rohrbach, Oberkirnach, Maria Tann (vor Villingen), Herzogenweiler und endet wieder am Ausgangspunkt Hammereisenbach.
[Quelle: ©Geologisches Landesamt Baden-Württemberg.]
  • Erzgänge in Eisenbach - ©Geologisches Landesamt Baden-Württemberg.
  • Erzgänge in Fahlenbach - ©Geologisches Landesamt Baden-Württemberg.
  • Erzgänge im Grubenfeld Schwarzwaldsegen - ©Geologisches Landesamt Baden-Württemberg.
  • Erzgänge in Vöhrenbach/Silberacker - ©Geologisches Landesamt Baden-Württemberg.
  • Erzgänge am Kesselberg in Oberkirnach-St.Georgen - ©Geologisches Landesamt Baden-Württemberg.
  • Erzgänge in Friedenweiler - ©Geologisches Landesamt Baden-Württemberg.
  • Bergbarte des Fürsten Karl Egon II. von Fürstenberg. Schenkung anlässlich zu seiner Vermählung mit der Prinzessin Amalie von Baden (1818). Reminiszenz an seine Eigenschaft als oberster Bergherr. Die Prunkbarte besteht aus Ebenholz und Silber und ist mit bergbaulichen Motiven versehen - ©Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, FFA Donaueschingen.
Mineralienatlas - Plattform für an Geologie, Mineralogie, Paläontologie und Bergbau interessierte Menschen (Datenbank). Mineralienatlas - Plattform für an Geologie, Mineralogie, Paläontologie und Bergbau interessierte Menschen (Datenbank).
Bergbau im Mittelalter - Georgius Agricola's De Re Metallica - Wasserbetriebenes Pochwerk. Bergbau im Mittelalter - Georgius Agricola's De Re Metallica - Wasserbetriebenes Pochwerk.
Eine grundlegende Modernisierung erfuhr das Eisenhüttenwerk Hammereisenbach im Jahr 1705 (Neubau), seit 1707/10 war das Werk, in dem ursprünglich alle Abteilungen eines Hüttenwerkes vereinigt waren, in die "Schmelze Bachzimmern" und den "Hammer in Eisenbach" zweigeteilt. Der rechnerische und verwaltungstechnische Hauptsitz blieb aber bis zum Ende des Werkes in Hammereisenbach. [Worring]
1711 erschienen dann sächsische Bergarbeiter (Laboranten) auch in Hammereisenbach. Diese errichteten eine Blechfabrik und führten die hochentwickelte Hüttentechnik aus dem sächsischen Bergbau nun im Fürstenbergischen ein. Der vorhandene Gerätepark wurde umfassend ergänzt und ausgebaut; so 1 Frisch- und 2 Stabfeuer, 1 Zainhammer (Schwanzhammer) und 2 Blechhämmer, 1 Waffenhammer, 1 Zinnhaus, 2 Pochwerke und ein Schleifwerk.
Die Errichtung einer Stahl- und Gewehrfabrik befand sich in Planung und geeignete Stahlproben lagen bereits schon vor; das Projekt konnte aber nicht mehr realisiert werden (Tod des Fürsten Anton Egon v. Fürstenberg-Heiligenberg, 1716).
1756 wurde dann wieder ein Schmelzofen (Hochofen mit Gebläsemaschine) in Hammereisenbach errichtet; die Schmelze Bachzimmern bis 1762 verpachtet.
  • Annaberger Bildaltar von 1522 mit Bergbaumotiven
  • Der Stückofen war die Weiterentwicklung des Rennfeuerverfahrens - G. Agricola: De Re Metallica
  • Offener Holzkohle-Hochofen, 17. Jh., ©geomontanus.com
  • Das Bild zeigt den um 1700 erbauten kleineren Hochofen Brausenstein in Rosenthal-Bielatal - ©taken 2006-08-24
  • Skizze des 1826 erbauten Holzkohlehochofens auf der St. Antony-Hütte (Repro: ©Rheinisches Industriemuseum /LVR)
  • Aufwurfhammer und Bär - ©foto-galerie Oberrödinghausen
  • Halbachhammer, Aufwurfhammer und Bär, GNU-Lizenz, Wikipedia
  • Aufwurfhammer und Bär - ©Freilandmuseum Hagen
  • Schwanzhammerwerk - ©Universität Siegen
  • Schwanzhammerwerk - ©Universität Siegen
  • Schwanzhammerwerk Antriebswelle - ©Universität Siegen
  • Der Weg vom Eisen zum Stahl - Verhüttungsschema am Beispiel der eifeler Reitwerke, ©geomontanus.com
Berggeld: Bergmünze des Eberfinger Eisenwerkes. Berggeld: Bergmünze des Eberfinger Eisenwerkes.
1759 übernahm Fürst Josef Wilhelm Ernst zu Fürstenberg das Hammereisenbacher Eisenwerk (Hüttenwerk), mit örtlicher Schmelzhütte, endgültig in eigene Regie; man war nun fürstenbergischer Staatsbetrieb (Regieverwaltung) und Monopolanbieter im Fürstentum. Eine Zentralisierung der Eisenwerke in Hammereisenbach bot sich dann nachfolgend an; das sich im fürstenbergischen Alleinbesitz befindliche Eisenschmelzwerk "Eberfingen an der Wutach" ging wegen Holzmangels (!) im Jahr 1760/61 ein.

Links Berggeld: Bergmünze des Eberfinger Eisenwerkes.
Für den internen Gebrauch wurde sogenanntes Berggeld verwendet.
Es handelt sich hier um Wertmarken aus Kupfer und Messing zur Verrechnung des Arbeitslohns und zum Einkauf in werkseigenen Wirtschaftsbetrieben. Berggeldmünzen sind sehr selten!
Stempel des Fürstlich Fürstenbergischen Bergamtes. Auch nach der Mediatisierung des Fürstentums Fürstenberg (1806) versuchte die nun standesherrschaftliche Hoheitsverwaltung das ihr überlassene Eisenwerk Hammereisenbach den erhöhten Anforderungen der neuen Zeit anzupassen. 1834 kam es zur Bildung eines Oberhüttenamtes, das als mittlere Amtsebene zwischen der oberen Centralkammer und der unteren Hüttenverwaltung tätig werden sollte. Durch diese Maßnahme wurde der Nachteil des Regiebetriebes beseitigt und aus der reinen Verwaltungsunternehmung der merkantilistischen Epoche wurde eine verselbständigte öffentliche Unternehmung zu Beginn der liberalen Wirtschaftsära. Von hohem Interesse dürfte die Personalie des Oberhüttenverwalters Ferdinand von Steinbeis sein (seit 1831). Die von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen zur Modernisierung des Hammereisenbacher Eisenwerkes wurden nicht vollständig umgesetzt und führten in Folge zur Trennung. 1842 wurde F. v. Steinbeis Direktor der Eisenwerke Stumm in Neunkirchen (Saar) und wandte sich später nach Württemberg. Dort entwickelte er sich zum Wirtschaftspolitiker und wichtigen Förderer der Industrialisierung. Ferdinand von Steinbeis ist Namensgeber für die Steinbeis-Stiftung. Stempel des Fürstlich Fürstenbergischen Bergamtes. Auch nach der Mediatisierung des Fürstentums Fürstenberg (1806) versuchte die nun standesherrschaftliche Hoheitsverwaltung das ihr überlassene Eisenwerk Hammereisenbach den erhöhten Anforderungen der neuen Zeit anzupassen. 1834 kam es zur Bildung eines Oberhüttenamtes, das als mittlere Amtsebene zwischen der oberen Centralkammer und der unteren Hüttenverwaltung tätig werden sollte. Durch diese Maßnahme wurde der Nachteil des Regiebetriebes beseitigt und aus der reinen Verwaltungsunternehmung der merkantilistischen Epoche wurde eine verselbständigte öffentliche Unternehmung zu Beginn der liberalen Wirtschaftsära. Von hohem Interesse dürfte die Personalie des Oberhüttenverwalters Ferdinand von Steinbeis sein (seit 1831). Die von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen zur Modernisierung des Hammereisenbacher Eisenwerkes wurden nicht vollständig umgesetzt und führten in Folge zur Trennung. 1842 wurde F. v. Steinbeis Direktor der Eisenwerke Stumm in Neunkirchen (Saar) und wandte sich später nach Württemberg. Dort entwickelte er sich zum Wirtschaftspolitiker und wichtigen Förderer der Industrialisierung. Ferdinand von Steinbeis ist Namensgeber für die Steinbeis-Stiftung.
Es begann nun ein kontinuierlicher Ausbau der Produktionsanlagen, verbunden mit einer verbesserten Rechnungsführung und unter "fachmännischer" Leitung!
Die alte Schmelze Bachzimmern wurde von 1764-1788 wieder in Eigenregie betrieben, dann stillgelegt, und die neue Schmelze Kriegertal (bei Engen) angefahren. 1812 erfolgte die Rückverlagerung des Schmelzbetriebes in die neu erbaute Schmelze Bachzimmern-Amalienhütte; von 1814 an produzierte diese jährlich ungefähr 8000 Zentner Roheisen für Hammereisenbach.
Wurden im 16. Jh. noch durchschnittlich 2.000 Zentner Roheisen jährlich gewonnen, stieg die Ausbringung (Schmelzleistung-Spitzenjahre) nun bedeutend an: 1775 - 8.795 Ztr., 1837 - 17.378 Ztr., 1850 - 50.000 Ztr. Roheisen; dieses wurde überwiegend zu Stab-, Bengel- und Kleineisen verarbeitet. Nur ein kleiner Teil der Produktion wurde bis zum Endprodukt veredelt und verkauft, wie z.B. Ofenplatten, Hufeisen, Nägel und zeitweise auch Kugeln [Worring].
Die Arbeiterzahl stieg von 57 Personen im Jahr 1599 nun auf etwa 400 Personen um 1830 an (Gesamtwerk). Zu dieser Zeit waren über 200 Arbeiter nur mit der Erzförderung und dem Holzeinschlag und -verkohlen beschäftigt. Es handelte sich bei diesem Werk lange Zeit um den "einzigen industriellen Großbetrieb im fürstenbergischen Herrschaftsgebiet"!

1835 wurde in Hammereisenbach ein neuer Hochofen errichtet, da die Schmelze Bachzimmern-Amalienhütte nun auch verstärkt eine neu errichtete Eisengießerei (1829) mitversorgen musste.
Im gleichen Jahr erfolgte auch die Gründung der Maschinenfabrik zu Immendingen durch Carl Egon II. Fürst zu Fürstenberg. Der vollwertige Produktionszyklus, vom Schürfen des Eisenerzes bis zum hochstehenden Endprodukt reichend, war nun hergestellt. Zum Produktionsprogramm der Maschinenfabrik gehörten im Lauf der Zeit u.a. Arbeitsmaschinen, Transmissionen, Turbinen, Dampfmaschinen, Spinnerei- und Webereieinrichtungen, Brücken, Drahtherstellung und später auch Sauerstoff-Flaschen.

Unterstützend wurde im Rahmen eines 10-jährigen Programms die notwendige Rationalisierung der Erzförderung und Erweiterung des Maschinenparks zur Vervollkommnung der gesamten Einrichtung beschlossen und auch umgesetzt. In diesen Jahren ging man davon aus, dass bei einer Umwandlung des Eisenwerkes Hammereisenbach (Gesamtwerk) in eine Aktiengesellschaft Anteilsscheine im Wert von 1.200.000 Gulden ausgegeben werden könnten.
Die sich im Einsatz befindliche Wasserkraft begrenzte dann den weiteren Ausbau der Kapazitäten (Wasserarme Jahreszeiten, Eisgang im Winter, mangelhafter Wasserbau). Zwischen 1840 und 1860 ermöglichte die Dampfkraft neue Fortschritte, die Produktion stieg um das Dreifache (!) an. Eine angeschlossene Werkschule (!) bildete den benötigten Bedarf an Facharbeitern aus.
Carl Egon II. zu Fürstenberg (1831) Carl Egon II. zu Fürstenberg (1831)
Adobe Pdf  Fürstlich Fürstenbergische Hüttenwerke um 1860 (Pdf - 248 KB)

Die aufkommende Montanindustrie (massenhafte und billigere Verhüttung mit Steinkohle) und die fortschreitende Entwicklung des Eisenbahnwesens im 19.Jh. führten dann zur Schließung des Eisenwerkes; 1867 wurde die Produktion aufgrund der hohen Kosten in Hammereisenbach eingestellt, das Werk liquidiert und versteigert. Alle übrigen Eisenwerke des ehemaligen Fürstentums Fürstenberg waren bereits früher verkauft worden.
Die Amalienhütte wurde 1878 aufgehoben und nach Immendingen verlegt - in Bachzimmern künden nur noch wenige Reste von der einstigen Größe dieser einstmals zum Eisenhüttenwerk Hammereisenbach gehörenden Schmelz- und Gießhütte.
  • Eisenwerk Hammereisenbach um 1840
  • Amalienhütte in Bachzimmern - Schmelzhütte und Eisengießerei, ©FFA Donaueschingen
  • Fürstenbergischer Bergmann, ©Heimatgilde-Frohsinn
  • Ferdinand von Steinbeis (1807-1893), ehemaliger Oberhüttenverwalter im Eisen(berg)werk Hammereisenbach und späterer Wirtschaftspolitiker in Württemberg, ©unbekannt
  • Ferdinand von Steinbeis (1807-1893), ehemaliger Oberhüttenverwalter im Eisen(berg)werk Hammereisenbach und späterer Wirtschaftspolitiker in Württemberg, Wikipedia
Das Eisenbahnwesen als Wirtschaftsmotor, Paul Friedrich Meyerheim: Lokomotivbau aus dem Zyklus Lebensgeschichte einer Lokomotive, (1873-1876)
Die Gründerzeit, beginnend etwa in der Mitte des 19.Jhs., beflügelte zu Anfang noch das Eisenwerk Hammereisenbach - Eisen und Stahl wurde in enormen Mengen benötigt und produziert. Gegen das massenhaft verfügbare, billigere, mit Steinkohle verhüttete Eisen der Montanindustrie konnte das Eisenwerk jedoch nicht mehr bestehen.
Die Eisenbahn, als erster moderner und vor allem leistungfähiger Verkehrsträger, brach jedes regionale Monopol, die Märkte waren nun flexibler. Ein bis dahin nicht gekannter Wirtschaftsboom durchlief die deutschen Staaten (klassischer Liberalismus).
Der große Börsen- oder "Gründerkrach" von 1873 beendete dann diese Epoche jäh und bedeutete für viele Unternehmen das Ende. Eine zwanzigjährige wirtschaftliche Stagnationsphase - die Gründerkrise - schloss sich nun an...

Abbildung links:
Das Eisenbahnwesen als Wirtschaftsmotor,
Paul Friedrich Meyerheim: Lokomotivbau aus dem Zyklus Lebensgeschichte einer Lokomotive, (1873-1876)
Der Bericht über die Badische Landesindustrieausstellung von 1861 in Karlsruhe kennzeichnete die Lage treffend, die letztendlich auch zur Schließung des Eisen(berg)werkes Hammereisenbach führte:
C. IV. Nr. 299-303 "Die vom Hüttenwerk Hammereisenbach ausgestellten Stabeisensorten waren sowohl als die Blechwaren von ausgezeichneter Qualität, wie sie sich allerdings nur mit Holzkohlen, erblasenem und gefrischtem Roheisen erzeugen läßt. Leider werden die gedrückten Eisenpreise den Hochofenbetrieb bei uns (in Baden) auf dasjenige Minimum reduzieren, welches durch den kleinen Bedarf an besonders gutem, wenn auch teurem Eisen bedingt ist."
Vorgestellt vom Eisenwerk Hammereisenbach: Ein Tafeleisenblech der dünnsten Sorte, desgleichen der stärksten Sorte. Zwei Qualitätsproben von Eisenblech. Muster von Zain- und Drahteisen. Qualitätsproben von geschmiedetem und gewalztem Eisen.

Die Fürstlich Fürstenbergischen Hüttenwerke zu Ristdorf und Hammereisenbach und die Maschinenfabrik zu Immendingen wurden mit der goldenen Medaille ausgezeichnet.

Interessanterweise wurde im Bericht zu dieser Landesausstellung eine Beschreibung der vorgestellten Gusswaren der Amalienhütte mit aufgenommen:
C. IV. Nr. 13-18. Fürstlich Fürstenbergische Hüttenverwaltung Amalienhütte in Bachzimmern. Ein amerikanischer Kochherd, ein Hirschkopf mit Geweih von Gusseisen, ein Gartentisch mit Sessel, eine Anschriftplatte, zwei Zimmeröfen, mehrere kleine Gussstücke in Rädern und Poterin.
Sämtliche zum Teil schwierig auszuführenden Waren zeigen reinen und scharfen Guss.
Der Gartentisch scheint übrigens, wie alle gusseisernen Tische der Ausstellung, keineswegs dazu bestimmt zu sein, dass man etwas darauf stelle; es sollten die Laubwerkverzierungen der Tischplatten entweder weggelassen oder doch so modelliert sein, dass sie eine mehr ebene Fläche bilden.

Amalienhütte kann 40.000 Ctnr. (Zentner) Roheisen erzeugen. Die Bohnerze werden in den Revieren Emmingen ab Egg und Gutmadingen teils durch Tagbau, teils durch Stollenbau gewonnen und mit Holzkohlen geschmolzen.
Den Fürstlich Fürstenbergischen Eisen- und Hüttenwerken wurde bei der Villinger Ausstellung im Jahre 1858 die goldene Medaille verliehen. Bestätigung dieser Medaille.
Untere Schleife, der letzte begehbare klassische Bergbau-Stollen in Vöhrenbach - Erzgang Silberacker. Untere Schleife, der letzte begehbare klassische Bergbau-Stollen in Vöhrenbach - Erzgang Silberacker.
Vöhrenbacher Bergbau (Stadt)
In Bezug auf bergbauliche Aktivitäten erweist sich das Stadtgebiet von Vöhrenbach als schwieriger Fall. Es sind zwar Stollen vorhanden, eine gesamtheitliche Beurteilung ist jedoch nicht möglich. Unglücklicherweise liegen hier widersprüchliche Expertisen vor, die aus zeitgeschichtlichen oder geologischen Gründen eine belastbare Wahrheitsfindung erschweren.
[Vogelsang] vermutet die Anfänge des Vöhrenbacher Bergbaus in der Zeit vor den Hussitenkriegen (1419-34).

Erste urkundliche Erwähnung eines Vöhrenbacher Bergbaus um 1491, 1712/1745 wiederum eine aktenkundige Erwähnung einer Vöhrenbacher Bergbautätigkeit. Es sind noch mehrere Stollen bekannt (verschüttet).


Es soll in diesem Fall auf folgende Publikation verwiesen werden:
Vöhrenbach im Schwarzwald - Neue Beiträge zur Stadtgeschichte
[Karl Krieg - Bergbau in Vöhrenbach]
Inmitten des ehemaligen Residenzstädtchens Sulzburg im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald steht die alte Stadtkirche, in deren Mauern im Jahre 1982 das Landes-Bergbaumuseum Baden-Württemberg eröffnet wurde. Das Museum vermittelt einen Einblick in die Arbeitswelt des Bergmanns und des regionalen Bergbaus im Lauf der Jahrhunderte. Mit starken Bezügen zum Sulzburger Bergbau (statische Ausstellung). Bild: Stadt Sulzburg. Inmitten des ehemaligen Residenzstädtchens Sulzburg im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald steht die alte Stadtkirche, in deren Mauern im Jahre 1982 das Landes-Bergbaumuseum Baden-Württemberg eröffnet wurde. Das Museum vermittelt einen Einblick in die Arbeitswelt des Bergmanns und des regionalen Bergbaus im Lauf der Jahrhunderte. Mit starken Bezügen zum Sulzburger Bergbau (statische Ausstellung). Bild: Stadt Sulzburg.
Hier endet nun die Schilderung der über 350-jährigen Geschichte des Bergbau- und Hüttenwesen in dieser Region. Die technischen Anlagen und Erzgruben sind verschwunden und nur noch wenige Spuren im Gelände auffindbar. Was bleibt, sind die umfassenden Archivalien (BwA) im Fürstlich Fürstenbergischen Archiv in Donaueschingen über das Eisenhüttenwerk Hammereisenbach und das Bergamt Eisenbach.

Stadt Vöhrenbach    Gemeinde Eisenbach
Die politischen Gemeinden Vöhrenbach und Eisenbach sind die heutigen Traditionsträger dieses althistorischen Eisenbergwerkes auf dem Schwarzwald.
Als Bestandteil der fürstenbergischen Landes- und Bergbaugeschichte bilden die "gewerckhe des Eysenbachs" ein historisches Erbe, das verbindet und nicht vergessen werden sollte - memoriae tradere.

Museum: Landes-Bergbaumuseum Baden-Württemberg, Sulzburg
Beispiel: Schulmeister in Preußen, Johann Peter Hasenclever (1810–1853), gemalt 1846. Beispiel: Schulmeister in Preußen, Johann Peter Hasenclever (1810–1853), gemalt 1846.
2.2 Volksbildung
Die Einführung der allgemeinen Schulpflicht für Kinder zwischen dem 7. und 13. Lebensjahr, mit regelmäßigem täglichem Unterricht, wurde im Fürstenbergischen durch die Schulordnung von 1746 umgesetzt.
Die Bedeutung der Schulbildung wurde als fundamental erachtet und entsprach dem vorherrschenden Zeitgeist der Aufklärung.

2.3 Frohnden
Die Eingrenzung der Frohnden (Boten-, Hand- und Spanndienste, Bau-, Jagd- und Forstfrohn) wurde nur teilweise umgesetzt, es gingen hier immer wieder Klagen von den Ämtern und Vogteien über die Beschwernis dieser Dienste ein.
Das Erwachen des Volkes - Der Contract Social von Jean-Jacques Rousseau - Bürger von Genf und unbewusst wichtiger geistiger Wegbereiter der Französischen Revolution - veröffentlicht 1762. Das Erwachen des Volkes - Der Contract Social von Jean-Jacques Rousseau - Bürger von Genf und unbewusst wichtiger geistiger Wegbereiter der Französischen Revolution - veröffentlicht 1762.
2.4 Leibeigenschaft
Der Begriff Leibeigenschaft oder Eigenhörigkeit definiert eine vom Mittelalter bis in die Neuzeit verbreitete persönliche Verfügungsbefugnis eines Leibherrn über einen Leibeigenen.
Im Fürstentum Fürstenberg gab es bedauerlicherweise keine erkennbare Reformbewegung zur Abschaffung der Leibeigenschaft. In der benachbarten Markgrafschaft Baden wurde diese von dem reformfreudigen Markgrafen Carl Friedrich im Jahr 1783 beseitigt.
Eine besondere Spielart der Leibeigenschaft stellte das Herrenrecht "Ius primae noctis" (frz. droit de cuissage, droit de prélibation, droit de seigneur) dar. Dieses Recht räumte dem Feudalherrn die Macht ein, bei der Heirat von Personen, die seiner Herrschaft unterstanden, die erste Nacht mit der Braut zu verlangen (Defloration).

Adobe Pdf  Das Herrenrecht der ersten Nacht - Jörg Wettlaufer (Historische Studien, Bd. 24, 3,21 MB)

Die französische Revolutionsbewegung griff dieses Herrenrecht ideologisch auf, das seit dem Mittelalter als Gewohnheitsrecht oder Sitte bis in die frühe Neuzeit Erwähnung fand, und instrumentalisierte dieses gegenüber dem verhassten Adel. Als Vorboten eines neuen Zeitalters blieben die Thesen dieser Revolution nicht auf Frankreich begrenzt. Schon bald mussten sich die alten Mächte Europas mit dieser Revolutionsbewegung auseinandersetzen...
Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789. Entwurf von Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette, in Anlehnung an die amerikanische Erklärung von 1776 - Virginia Declaration of Rights. Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789. Entwurf von Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette, in Anlehnung an die amerikanische Erklärung von 1776 - Virginia Declaration of Rights.
Die Französische Revolution von 1789-99
- Menschen- und Bürgerrechte -
„Die Vertreter des französischen Volkes, als Nationalversammlung konstituiert, haben unter der Berücksichtigung, dass die Unkenntnis, die Achtlosigkeit oder die Verachtung der Menschenrechte die einzigen Ursachen des öffentlichen Unglücks und der Verderbtheit der Regierungen sind, beschlossen, die natürlichen, unveräußerlichen und heiligen Rechte der Menschen in einer feierlichen Erklärung darzulegen, damit diese Erklärung allen Mitgliedern der Gesellschaft beständig vor Augen ist und sie unablässig an ihre Rechte und Pflichten erinnert; damit die Handlungen von der Legislative und die der Exekutive in jedem Augenblick mit dem Ziel jeder politischen Einrichtung verglichen werden können und dadurch mehr respektiert werden; damit die Ansprüche der Bürger, fortan auf einfache und unbestreitbare Grundsätze begründet, sich immer auf die Erhaltung der Verfassung und das Allgemeinwohl richten mögen.
„Dementsprechend anerkennt und erklärt die Nationalversammlung in Gegenwart und unter dem Schutze des höchsten Wesens folgende Menschen- und Bürgerrechte..."
Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette (1757-1834). Gemälde von Joseph-Désiré Court - Musée national du Château et des Trianons - Versailles. Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette (1757-1834). Gemälde von Joseph-Désiré Court - Musée national du Château et des Trianons - Versailles.
"AUFLEHNUNG IST DAS HEILIGSTE ALLER RECHTE
UND DIE NOTWENDIGSTE ALLER PFLICHTEN."
Unterschrift - Marquis de La Fayette
Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier,
Marquis de La Fayette (1757-1834) 
Französischer General und Politiker, Aufklärer und
Teilnehmer am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.
Kommandeur der französischen Nationalgarde.
Vordenker - Emigrant - Rückkehrer
Mainzer Jakobinerklub - Infolge der Nähe zu Frankreich und dem Durchzug französischer Truppen war die jakobinische Bewegung im südlichen Deutschland am stärksten vertreten. In der Mainzer Republik wurde 1792/93 der erste Versuch unternommen die Ideen in die Praxis umzusetzen. Mainzer Jakobinerklub - Infolge der Nähe zu Frankreich und dem Durchzug französischer Truppen war die jakobinische Bewegung im südlichen Deutschland am stärksten vertreten. In der Mainzer Republik wurde 1792/93 der erste Versuch unternommen die Ideen in die Praxis umzusetzen.
Die Mainzer Republik war das erste auf bürgerlich-demokratischen Grundsätzen beruhende Staatswesen auf heutigem deutschen Boden.
Der kurzlebige Freistaat existierte von März bis Juli 1793 auf dem linksrheinischen Gebiet von Kurmainz und stand unter dem Schutz der französischen Revolutionstruppen. Hauptort der Republik war das französisch besetzte Mainz, das ihr auch den Namen gab.

Republique Francaise

Aus einem süddeutschen Flugblatt von 1794:
"Und im schlimmsten Fall, die Franzosen kämen, eroberten unser Land, und wir würden mit ihnen vereinigt: - wir würden alsdann an die Stelle der fürstlichen Souveränität die unserige setzen, Sklaverei mit Freiheit tauschen und künftig freier und glücklicher leben." (nach Bertaux)
3. Die Endzeit
Die Aufhebung des Fürstentums Fürstenberg als Folge der Koalitionskriege
Wappen des Reichskreises Schwaben, errichtet 1500/1512. Als einer der zehn Reichskreise des Heiligen Römischen Reiches war der Schwäbische Reichskreis, neben dem fränkischen Kreis, der zersplitterste aller Reichskreise. Er bestand aus insgesamt 101 Ständen die zu einem Kreistag, dem beschlußfassenden Gremium des Reichskreises, zusammentraten und der in der Regel in einer Reichsstadt stattfand. Das bedeutendste Amt des Kreises war das Kreisausschreibeamt, das vom Bischof von Konstanz und dem Herzog von Württemberg gemeinsam bekleidet wurde. Diesem Amt war es vorbehalten, die Kreistage einzuberufen und die Tagesordnung festzulegen, auswärtige Gesandte zu akkreditieren und Bündnisse zu schließen. Das Herzogtum Württemberg hatte außerdem noch das Kreisdirektorium, als Protokollinstanz, inne. Der Reichskreis umfasste damals 34.650 qkm mit 2,2 Mio. Einwohnern (Kerngebiet des heutigen Baden-Württemberg, zwischen Rhein, Neckar, Lech, Vorarlberg-Bodensee). Wappen des Reichskreises Schwaben, errichtet 1500/1512. Als einer der zehn Reichskreise des Heiligen Römischen Reiches war der Schwäbische Reichskreis, neben dem fränkischen Kreis, der zersplitterste aller Reichskreise. Er bestand aus insgesamt 101 Ständen die zu einem Kreistag, dem beschlußfassenden Gremium des Reichskreises, zusammentraten und der in der Regel in einer Reichsstadt stattfand. Das bedeutendste Amt des Kreises war das Kreisausschreibeamt, das vom Bischof von Konstanz und dem Herzog von Württemberg gemeinsam bekleidet wurde. Diesem Amt war es vorbehalten, die Kreistage einzuberufen und die Tagesordnung festzulegen, auswärtige Gesandte zu akkreditieren und Bündnisse zu schließen. Das Herzogtum Württemberg hatte außerdem noch das Kreisdirektorium, als Protokollinstanz, inne. Der Reichskreis umfasste damals 34.650 qkm mit 2,2 Mio. Einwohnern (Kerngebiet des heutigen Baden-Württemberg, zwischen Rhein, Neckar, Lech, Vorarlberg-Bodensee).
Reichskrieg gegen die Französische Republik
Das Fürstentum Fürstenberg als Aufmarsch- und Kriegsgebiet

Nach der französischen Kriegserklärung vom 20.04.1792 an "Österreich" (!) befand sich auch der Schwäbische Reichskreis im Kriegszustand und mobilisierte nach langer Friedenszeit seine Kreistruppen. Das schwäbische Kreiskorps gliederte sich als Teil der Reichsarmee nominell in vier Infanterie- und zwei Kavallerieregimenter mit insgesamt 7.944 Mann (reduzierte Triplum-Sollstärke von 1732), darunter auch das Kreis-Infanterieregiment "Fürstenberg". Die Kriegsstärke des Korps konnte bei Erfordernis deutlich erhöht werden (Quintuplum - fünffache Kriegsstärke).
Das Fürstentum Fürstenberg stellte als schwäbischer Reichsstand ein Militärkontingent zu diesen Regimentern.

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Adobe Pdf Kreisinfanterieregiment Fürstenberg - 1760 - engl. (288 KB)
Karte: Die Reichskreise im Heiligen Römischen Reich (png - 554 KB)

Die Ämter im Fürstentum Fürstenberg wurden sofort angewiesen die Kriegsstärke des eigenen Kontingents vorzugsweise durch Werbung oder im äußersten Fall durch Losen, dem sogenannten Spielen (Würfeln), vollständig herzustellen und die ausgehobenen Rekruten den Sammelplätzen der Regimenter zuzuweisen. Auch das Amt Vöhrenbach musste nach einem vorgegebenen Verteilungsschlüssel Rekruten stellen. Die fürstenbergische Regierung ergriff hier deutliche Maßnahmen und es überrascht kaum, dass die Qualität der ausgehobenen Rekruten etwas fragwürdig war; es zählten anscheinend nur Köpfe.
1793 standen die mobilisierten Kreistruppen am Rhein und bildeten zusammen mit kaiserlich-österreichischen Streitkräften einen Sicherungskordon. Es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass das Verhältnis zwischen dem kaiserlich-österreichischen Oberkommando und dem Reichskreis nicht zum Besten stand. Das Kreisdirektorium besaß Vetorechte hinsichtlich der militärischen Verwendung seiner Regimenter, d.h. die Kreistruppen agierten als geschlossener Truppenkörper unter eigenem Kommando und konnten nur mit Zustimmung des Kreises außerhalb der Kreisgrenzen eingesetzt werden.
1796 wurde das Kreiskorps in zwei Infanterie- und eine Kavallerie-Brigade gegliedert (7.300 Mann, inklusive einer Artilleriereserve); am 6. Mai übernahm Generalleutnant Landgraf Friedrich von Fürstenberg-Stühlingen das Kommando über die Kreistruppen.
Nach dem katastrophalen Zusammenbruch des schwäbischen Kreiskorps im Feldzug von 1796 formierte der Kreis nur noch drei Infanterie-Regimenter, die unter österreichischem Kommando teilweise zum Einsatz kamen (zwei Bataillone im Feldzug von 1800, Schlacht bei Engen).
Republikanischer Soldat - Levée en masse. Gemälde von Denis Auguste Marie Raffet. In den Revolutionsarmeen bildete das Amalgam eine wichtige Rolle: Die neuen Rekruten wurden in der Truppe durch altgediente Veteranen ausgebildet, nur 8 Tage auf dem Übungsplatz wurden vorausgesetzt. Republikanischer Soldat - Levée en masse. Gemälde von Denis Auguste Marie Raffet. In den Revolutionsarmeen bildete das Amalgam eine wichtige Rolle: Die neuen Rekruten wurden in der Truppe durch altgediente Veteranen ausgebildet, nur 8 Tage auf dem Übungsplatz wurden vorausgesetzt.
Ungleiche Brüder im Geiste
- Vive la République, vive la France! -
Mit der Entstehung der französischen Revolutionsarmeen hielt auch ein neuer Typus von Soldat seinen Einzug in das damalige Militärwesen.
Eine völlig neuartige Kampfweise, getragen vom Geist eines "Bürgers in Uniform" der sein Vaterland mit Stolz auf dem Schlachtfeld verteidigt, führte zu ungeahnten Erfolgen.
Die Entschlossenheit und der Kampfwille des französischen Volksheers machte alle anfänglichen Nachteile in Bezug auf Ausrüstung und Disziplin gegenüber den europäischen Berufsarmeen mehr als wett. Ein hoch motiviertes, überwiegend bürgerliches, Offizierskorps stand zugleich diesen Bürgern in Uniform vor. Der französische Frontoffizier dieser Zeit führte vorbildhaft an der Spitze seiner Truppe und die hohen Verluste des französischen Offizierskorps bezeugen diese Haltung. Hier zeigte sich deutlich der Unterschied zwischen einer "übertragenen" und einer durch Vorbildfunktion "erworbenen" Autorität (Anciennität contra Leistungsaufstieg).
"Der französische Soldat mag in zerrissenen Hosen und ohne Stiefel daherkommen, aber er ist ein Individuum mit eigenem Ehrbegriff, während der einfache Soldat in den Armeen der alten Mächte trotz seiner funkelnden Uniform nur Angehöriger einer verachteten und weitgehend rechtlosen Klasse ist, in welcher vorzugsweise die Gestrandeten der Gesellschaft versammelt sind [Armin Heim]."
Erzherzog Karl von Österreich - Befehlshaber der österr. Armee und Reichsfeldmarschall (1771-1847) - gemalt 1800 in Donaueschingen. Späterer Sieger in der Schlacht bei Aspern (1809) gegen Kaiser Napoleon. Er erwarb sich dort den ehrenden Beinamen - der Löwe von Aspern. Erzherzog Karl von Österreich - Befehlshaber der österr. Armee und Reichsfeldmarschall (1771-1847) - gemalt 1800 in Donaueschingen. Späterer Sieger in der Schlacht bei Aspern (1809) gegen Kaiser Napoleon. Er erwarb sich dort den ehrenden Beinamen - der Löwe von Aspern.
Der Feldzug von 1796
Nach anfänglichen Kampfhandlungen in Frankreich kam es am Oberrhein zu einer Patt-Situation zwischen den kriegführenden Parteien. Die Kämpfe schleppten sich über die nächsten Jahre mit wechselndem Erfolg dahin, die Frontlinien waren fließend und bewegten sich wechselnd auf französischem wie auch süddeutschem Gebiet. 1796 intensivierten sich die Kämpfe und die schwäbischen Kreistruppen (Reichsarmee) wurden in größere Gefechte verwickelt. Französische Truppen unter den Generälen Jourdan, Moreau und Ferino (Seitenkorps) überschritten den Rhein und verlagerten das Kriegsgeschehen in den süddeutschen Raum. Das Fürstentum Fürstenberg wurde in Folge von den Franzosen bedroht, die schwäbischen Kreistruppen erlitten starke Gefechtsschäden und mussten sich zurückziehen.
Die französischen Truppen unter General Jourdan (Sambre-Maas-Armee) konnten erst nach schweren Abwehrkämpfen von Erzherzog Karl von Österreich wieder über den Rhein zurückgeworfen werden.
Mit der entscheidenden Niederlage von Jourdan (Sambre-Maas-Armee) am 3. September bei Würzburg brachen die französischen Feldzugspläne zusammen. Der bis dahin siegreichen französischen Rhein-Mosel-Armee unter General Moreau gelang es noch von München heranziehend mit einem überraschenden Angriff aus der Rückzugsbewegung heraus die nachsetzenden Österreicher bei Biberach schwer zu schlagen, der strategisch notwendige Rückzug über den Rhein musste jedoch von beiden Armeen vollzogen werden.
Französische Infanteriefahne - 1e demi-brigade (Halb-Brigade). Bei der Halb-Brigade handelte es sich um einen festen Verband aus nominell drei Bataillonen Infanterie und einer leichten Geschützbatterie (2.437 Mann mit 6 4-Pfd.-Geschützen); das Bataillon gliederte sich in eine Grenadier- und acht Füsilierkompanien (777 Mann). Die Französische Republik hatte die alte Regimentsstruktur aufgelöst und diese Battlegroups im Rahmen der Levée en masse eingeführt. In der Regel wurden einem regulären Bataillon zwei aus Wehrpflichtigen gebildete Bataillone (Nationalgarde) an die Seite gestellt. Zwei Halb-Brigaden bildeten eine Brigade, zwei Brigaden eine Division, mehrere Divisionen später ein Armeekorps. Französische Infanteriefahne - 1e demi-brigade (Halb-Brigade). Bei der Halb-Brigade handelte es sich um einen festen Verband aus nominell drei Bataillonen Infanterie und einer leichten Geschützbatterie (2.437 Mann mit 6 4-Pfd.-Geschützen); das Bataillon gliederte sich in eine Grenadier- und acht Füsilierkompanien (777 Mann). Die Französische Republik hatte die alte Regimentsstruktur aufgelöst und diese Battlegroups im Rahmen der Levée en masse eingeführt. In der Regel wurden einem regulären Bataillon zwei aus Wehrpflichtigen gebildete Bataillone (Nationalgarde) an die Seite gestellt. Zwei Halb-Brigaden bildeten eine Brigade, zwei Brigaden eine Division, mehrere Divisionen später ein Armeekorps.
Die Bevölkerung im Kriegsgebiet war hier schweren Repressalien ausgesetzt; "beide Kriegsparteien" zehrten die Landschaften aus. Das Fürstentum Fürstenberg war regelrecht "ausgefressen", die aufgelaufenen Kosten für die Ämter ruinös. Im Sommer 1796 mussten die fürstenbergischen Ämter aufgrund eines Waffenstillstandes 750.000 Francs bezahlen und 500 Pferde, 312 Ochsen, jeweils 9.375 Zentner Getreide und Heu, 6.250 Säcke Hafer und 6.250 Paar Schuhe an die französische Armee abliefern; die vorhergehenden Requirierungen dürften diese Zahlen noch übersteigen.
Auch das Amt Vöhrenbach wurde mehrfach durch durchziehende Truppen oder Einquartierungen in Mitleidenschaft gezogen, wobei das verbündete französische Emigrantenkorps des Prinzen von Condé (Louis Joseph de Bourbon, Prince de Condé) sich in der Region etwas daneben benommen hat (Landplage).
Im Gegensatz zu den vorderösterreichischen Gebieten wurde das fürstenbergische Amt Vöhrenbach von den Franzosen noch als Bestandteil des schwäbischen Reichskreises wahrgenommen und somit nicht als direkter Hauptgegner betrachtet. Den österreichischen Kernlanden (österreichischer Reichskreis) wurde hier eine deutlich härtere Behandlung zugedacht.

Obwohl die französischen Kriegsartikel Plünderungen untersagten, verursachte die prekäre Versorgungslage der Truppen vielfach Übergriffe auf die Zivilbevölkerung; Gewaltdelikte waren keine Einzelerscheinung!
Korrekterweise muss aber erwähnt werden, dass das militärische Verpflegungswesen im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht war eine geordnete Nahrungsbeschaffung zu gewährleisten.
Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Überfälle auf durchziehende französische Verwundeten- und Nachschubtransporte durch Schwarzwälder Bauernaufgebote nachfolgend zu militärischen Vergeltungsmaßnahmen geführt haben. Es bewahrheitete sich hier die Volksweisheit, dass man sich immer zweimal im Leben sieht!
Vernet Lami - Dragoner des Conde'schen Korps (Offizier) - ©Napoleon Online Vernet Lami - Dragoner des Conde'schen Korps (Offizier) - ©Napoleon Online
Zum Schicksal der Verwundeten ist anzumerken, dass die hygienischen und sanitätsdienstlichen Verhältnisse im Kampfgebiet katastrophal waren.
Zur damaligen Zeit betrugen die Verluste in einer Schlacht bis zu 10-15% der eingesetzten Truppenstärke; in den kommenden Schlachten der napoleonischen Ära stieg diese Rate jedoch "drastisch" an. Der Anfall tausender Verwundeter und Gefallener überstieg bei weitem die logistischen Möglichkeiten der Kriegsparteien; unter unwürdigsten Verhältnissen wurde hier gelitten und gestorben - ein trauriges und bedrückendes Los.
Als Beispiel soll die Schlacht von Engen (1800) herangezogen werden, in deren Verlauf das fürstenbergische Oberamt Engen um auswärtige Hilfe ersuchen musste, da es zu wenige Arbeitskräfte aufbringen konnte um die große Zahl von Gefallenen und verendeten Pferden zeitnah bewältigen zu können. Bedingt durch das schöne und warme Wetter hing über dem Schlachtfeld noch nach etlichen Tagen ein unerträglicher Verwesungsgeruch (Quelle: FFA-DS, Zeitzeugenbericht).
General Jean Baptiste Jourdan - Befehlshaber der französischen Donauarmee und späterer Marschall von Frankreich (1762-1833). Überstand die zweite Restauration der Bourbonen und verblieb im Militärdienst. Er wurde nachfolgend in den Rang eines Pairs von Frankreich erhoben. Im Juli 1830 beteiligte er sich an der Julirevolution und unterstützte den endgültigen Sturz der Bourbonen-Monarchie. General Jean Baptiste Jourdan - Befehlshaber der französischen Donauarmee und späterer Marschall von Frankreich (1762-1833). Überstand die zweite Restauration der Bourbonen und verblieb im Militärdienst. Er wurde nachfolgend in den Rang eines Pairs von Frankreich erhoben. Im Juli 1830 beteiligte er sich an der Julirevolution und unterstützte den endgültigen Sturz der Bourbonen-Monarchie.
Der Feldzug von 1799
Die französische Donauarmee unter dem Kommando des Generals Jourdan rückte am 1. März 1799 mit 36.900 Mann (3 Divisionen, Seitenkorps und Reservekavallerie) in den schwäbischen Reichskreis ein und stieß über das Fürstentum Fürstenberg vor; Donaueschingen war kurzzeitig Hauptquartier der französischen Generalität. Die kommandierenden Generäle Lefèbvre, Ferino, Souham, St.Cyr, Vandamme und d`Hautpoul gehörten zu den besten Frontgenerälen Frankreichs. Der französische Sturmlauf konnte erst in der Schlacht von Stockach-Ostrach-Liptingen glücklich gestoppt werden, obwohl Österreich hier 60.000 Mann in einer Defensivstellung gegenüber 35.000 angreifenden Franzosen zur Verfügung hatte. Die französischen Truppen wiesen eine außerordentlich hohe Kampfmoral auf und setzten alles auf eine Karte.
Die bereits unter fortschrittlichen militärtaktischen Gesichtspunkten agierende französische Armee zeigte hier schon eine ausgeprägte moderne Operationsfähigkeit (Divisionsgliederung, Auftragsverfahren), auch wenn diese Schlacht letztendlich für Frankreich verloren ging.
Die Kampfhandlungen verlagerten sich dann in die Schweiz, dort kämpfte neben den österreichischen Truppen auch ein verbündetes russisches Korps (25.000 Mann). Als eine der schwersten Fehlentscheidungen von Erherzog Karl galt der Abzug der Österreicher Mitte August aus der Schweiz.
Die Franzosen unter General Masséna schlugen die österreichischen Resttruppen und das russische Korps bei Zürich (II.) entscheidend.
Das österreichische Oberkommando befand sich dann von Oktober 1799 bis Mai 1800 wieder in Donaueschingen. In Villingen lagerten zu dieser Zeit 13 Bataillone und 6 Eskadronen, 12 1/2 Bataillone und 6 Eskadronen bei Hüfingen und 12 1/2 Bataillone mit 24 Eskadronen bei Stühlingen.
1799 - Schlacht bei Stockach - Österreichischer Soldat erschlägt mit seinem Gewehrkolben drei Franzosen [WGM Rastatt]
Schlacht bei Stockach-Ostrach-Liptingen 1799 - zeitgenössische Darstellung:
Österreichischer Soldat erschlägt mit seinem Gewehrkolben drei Franzosen [WGM Rastatt]
Fürst Carl Joseph Alois von Fürstenberg (1760-1799) - österr. Feldmarschallleutnant (F.M.L.). Der Fürst stammte aus der böhmischen Linie des Hauses Fürstenberg. Fürst Carl Joseph Alois von Fürstenberg (1760-1799) - österr. Feldmarschallleutnant (F.M.L.). Der Fürst stammte aus der böhmischen Linie des Hauses Fürstenberg.
Fürst Carl Joseph Alois von Fürstenberg zählte zu der kleinen Gruppe von österreichischen Frontgenerälen, die sich in den Koalitionskriegen gegen die Französische Republik durch persönliche Tapferkeit vor dem Feind auszeichneten. Die Erstürmung der Weißenburger Linie (1793), die Eroberung von Mannheim (1794), die Schlacht von Schliengen (1796), die Einnahme des Brückenkopfes von Hüningen und die Schlacht von Stockach-Ostrach-Liptingen (1799) waren die Wegmarken dieses österreichischen Generals.
In der Schlacht von Stockach-Ostrach-Liptingen fällt Feldmarschallleutnant von Fürstenberg als Divisionskommandeur an schlachtentscheidender Stelle an der Spitze seiner Truppen. Es bewahrheitete sich das Kriegssprichwort: "Haus Österreich schlägt keine Hauptschlacht, ohne dass ein Fürstenberg fällt!"
Die von der französischen Regierung unterstellte Nähe der Fürstenberger zum Haus Österreich erwies sich später als schwere politische Hypothek; die Mediatisierung des Fürstentums zugunsten von Baden resultierte maßgeblich aus dieser politischen Einschätzung, zumal sich Baden auf die Unterstützung des verwandschaftlich verbundenen russischen Zarenhof berufen konnte und daraus politische Vorteile zog.
Die spätere kurzzeitige Besetzung (Sequestration) des Fürstentums Fürstenberg durch französische Truppen auf direkten Befehl Napoleons im November 1805 spiegelte diese Einschätzung deutlich wieder.
General Jean Victor Moreau - Befehlshaber der französischen Rheinarmee - Sieger von Höchstädt, Nördlingen, Oberhausen und Hohenlinden (1763-1813). Moreau fiel einer Intrige von Napoleon zum Opfer und schied aus der Armee aus. 1813 nahm er als Generaladjutant des russischen Zaren an der Schlacht bei Dresden teil. Dort traf ihn eine Kanonenkugel und zerschmetterte seine Beine. Er verstarb kurz darauf an den Folgen dieser Verletzung. Moreau galt als politischer General und konnte vergleichbare militärische Erfolge aufweisen wie Napoleon. Dieser betrachte Moreau als ebenbürtigen Rivalen und als Gefahr für die eigenen Machtansprüche. Der Dualismus dieser beiden eigensinnigen Persönlichkeiten hat einen interessanten Niederschlag in der französischen Geschichte gefunden. Es stellt sich die Frage, welchen Lauf die Geschichte genommen hätte, wenn General Moreau aus diesem politischen Wettstreit als Sieger hervorgegangen wäre? General Jean Victor Moreau - Befehlshaber der französischen Rheinarmee - Sieger von Höchstädt, Nördlingen, Oberhausen und Hohenlinden (1763-1813). Moreau fiel einer Intrige von Napoleon zum Opfer und schied aus der Armee aus. 1813 nahm er als Generaladjutant des russischen Zaren an der Schlacht bei Dresden teil. Dort traf ihn eine Kanonenkugel und zerschmetterte seine Beine. Er verstarb kurz darauf an den Folgen dieser Verletzung. Moreau galt als politischer General und konnte vergleichbare militärische Erfolge aufweisen wie Napoleon. Dieser betrachte Moreau als ebenbürtigen Rivalen und als Gefahr für die eigenen Machtansprüche. Der Dualismus dieser beiden eigensinnigen Persönlichkeiten hat einen interessanten Niederschlag in der französischen Geschichte gefunden. Es stellt sich die Frage, welchen Lauf die Geschichte genommen hätte, wenn General Moreau aus diesem politischen Wettstreit als Sieger hervorgegangen wäre?
Der Feldzug von 1800 - "Grande Finale"
Nach monatelangem Rüsten auf beiden Seiten eröffnete die französische Rheinarmee am 25. April 1800 planmässig den Frühjahrsfeldzug mit Angriffen aus den Brückenköpfen bei Kehl, Breisach und Hüningen.
Dem kommandierenden General Moreau standen vier Korps mit 16 Divisionen und insgesamt 103.000 Mann zur Verfügung. Ein fünftes Korps unter General Augereau rückte im Eilmarsch heran und verstärkte die Rheinarmee auf 135.000 Mann. 
Das österreichische Oberkommando mit Sitz in Donaueschingen konnte operativ auf 94.500 Mann zurückgreifen, die sich von Heidelberg bis an die Schweizer Grenze verteilten. Unter Hinzunahme der Reichs- und Subsidientruppen sowie der Garnisons- und Festungsbesatzungen erhöhte sich die Truppenstärke auf 110.000 Mann Infanterie, 25.000 Mann Kavallerie und 4.000 Artilleristen mit 500 Geschützen.
Erzherzog Karl war im März 1800 von seinem Amt zurückgetreten, General Paul von Kray kommandierte die österreichischen Streitkräfte in Deutschland. Ein beträchtlicher Teil der Truppen war bereits im Raum Villingen und Donaueschingen konzentriert (F.M.L. Baillet-Latour - 9.500 Mann), in Stühlingen standen weitere Truppenverbände (Korps des F.M.L. Nauendorf - 11.000 Mann) - Stand 22. April.
In Erwartung des französischen Angriffs befanden sich bereits große Versorgungsmagazine im Aufbau; so musste das Fürstentum Fürstenberg aufgrund einer österreichischen Hauptrequisition ab dem 16. April 3.000 Zentner Mehl, 34.800 Metzen Hafer und 30.000 Zentner Heu nach Villingen, Tuttlingen und Stockach liefern. Nach dem französischen Angriff wurden noch am 25. April 24 Bataillone und 56 Eskadronen als Armeereserve zwischen Donaueschingen und Villingen konzentriert (F.M.L. Kollowrat).
Bereits am 30. April standen die Divisionen von drei französischen Korps auf der Linie Freiburg-Löffingen-Schaffhausen; nach der überraschenden Rheinüberquerung des vierten französischen Korps Lecourbe am 1. Mai bei Stein am Rhein erfolgte einen strategischer Rückzug der Österreicher. Diese bildeten bei Engen-Stockach eine Verteidigungsstellung, am 3. Mai kam es zur Schlacht bei Engen. 100.000 Franzosen standen 80.000 Österreichern gegenüber. Am Ende der Schlacht waren die Österreicher nach schweren Kämpfen geschlagen. Das an der Schlacht beteiligte Bataillon des Kreisregimentes "Fürstenberg" wurde bei Stockach regelrecht zertrümmert, ein hoher Blutzoll für das Fürstentum. Am 5. Mai kam es zur Schlacht bei Meßkirch, am 9. Mai bei Biberach, am 10. Mai zum Gefecht bei Memmingen. In allen Treffen siegten die Franzosen nach harten Kämpfen; die gut ausgebildete und zahlenmäßig überlegene österreichische Feldartillerie verursachte bei den angreifenden französischen Infanterieeinheiten jedoch schwere Verluste. Im Direktbeschuss auf kurze Distanz rissen die österreichischen Geschütze breite Breschen in die angreifenden französischen Gefechtsformationen. Der Mangel an eigener Feldartillerie beschäftigte den "gelernten" Artillerieoffizier und zukünftigen Kaiser Napoleon Bonaparte später noch zusehends. Ihm wird der Ausspruch zugeschrieben, er benötige "Kanonen, Kanonen und nochmals Kanonen."
Erst im Jahr 1808 erreichte die französische Artillerie (Fuß- und berittene Batterien) einen zufriedenstellenden Ausrüstungsstand von 2 Geschützen pro 1000 Mann Infanterie.
Reichsdeputationshauptschluss von 1803 Reichsdeputationshauptschluss von 1803
Die Schlacht bei Hohenlinden am 3. Dezember beendete dann den Feldzug, Österreich unterzeichnete am 25. Dezember 1800 einen Waffenstillstand, die Französische Republik hatte gesiegt.
Der Friedensvertrag von Lunéville im Jahr 1801 beendete formal den zweiten Koalitionskrieg und bestätigte den Frieden von Campo Formio von 1797.
Als Zusatzvereinbarung wurde ein im Juni 1802 vereinbarter Entschädigungsplan zwischen Frankreich und Österreich umgesetzt, der im letzten bedeutenden Gesetz des Heiligen Römischen Reiches seinen Einzug fand, dem Reichsdeputationshauptschluss vom 27. April 1803. In diesem wurde die Abtretung der linksrheinischen Gebiete an Frankreich und die Entschädigung der Anlieger geregelt.
Randnotiz: Das Fürstentum Fürstenberg konnte hier noch kleinere territoriale Zugewinne durch die Säkularisierung geistlicher Herrschaften erzielen.
Deutschland und Italien - 1803 Deutschland und Italien - 1803
Nach dem Reichsdeputationshauptschluß von 1803 gab es im schwäbischen Reichskreis nur noch 28 Stände (vormals 101) - darunter 11 Fürsten, 16 Grafen und als einzige Stadt noch Augsburg. 30 geistliche Herrschaften (geistliche Fürsten und Prälaten) sowie 30 Reichsstädte verloren in Schwaben ihre Reichsunmittelbarkeit und wurden beseitigt. Durch Tauschverträge veränderten weitere 13 Stände ihre Kreiszugehörigkeit.
Die im § 35 des Friedensvertrages von Lunéville ausgestellte Generalvollmacht für sämtliche Reichsstände, etwa verbleibende und nicht zur Entschädigung verwendete geistliche Territorien zu säkularisieren, wurde rigoros umgesetzt - die Reichskirche hatte formal aufgehört zu existieren.
Im schwäbischen Reichskreis waren nun fünf große Reichsstände vertreten: Preußen, Bayern, Württemberg, Baden und Hessen. Die unterschiedlichen Interessen dieser mächtigen Reichsstände führten nachfolgend zu einer Destabilisierung des Reichskreises. 1803 brach bereits das Kreismilitärsystem zusammen, Bayern zog alle Militärkontingente seiner schwäbischen Entschädigungsterritorien zusammen und löste sie vom Kreis, indem sie der bayerischen Armee zugeteilt wurden. 1805/06 endete dann die politische Scheinexistenz des schwäbischen Reichskreises => Dritter Koalitionskrieg.
Kapitulation der österr. Nord-Armee am 17.10.1805 bei Ulm. Nach schweren Kämpfen geriet der österreichische General Mack mit 48.000 Mann in Gefangenschaft. Die Verluste der Franzosen betrugen 6.000 Tote und Verwundete, die der Österreicher 12.000. Die Grande Armée erwies sich in allen Belangen als überlegen. Die eingeführten Veränderungen waren durchschlagend: Neuartige Divisionsstruktur, selbstständige Armeekorps, Auftragsverfahren, Offiziere mit Führungsqualitäten und Kampferfahrung, Leistungsaufstieg bis zum Capitaine (Hauptmann) generell möglich, autonomes Handeln in der Truppe eingeübt. Das napoleonische Militärwesen war bahnbrechend. Kapitulation der österr. Nord-Armee am 17.10.1805 bei Ulm. Nach schweren Kämpfen geriet der österreichische General Mack mit 48.000 Mann in Gefangenschaft. Die Verluste der Franzosen betrugen 6.000 Tote und Verwundete, die der Österreicher 12.000. Die Grande Armée erwies sich in allen Belangen als überlegen. Die eingeführten Veränderungen waren durchschlagend: Neuartige Divisionsstruktur, selbstständige Armeekorps, Auftragsverfahren, Offiziere mit Führungsqualitäten und Kampferfahrung, Leistungsaufstieg bis zum Capitaine (Hauptmann) generell möglich, autonomes Handeln in der Truppe eingeübt. Das napoleonische Militärwesen war bahnbrechend.
Der dritte Koalitionskrieg - 1805
Im Spätsommer 1805 trat Österreich dem bestehenden englisch-russischen Angriffsbündnis gegen die ausufernde Macht des napoleonischen Imperiums bei. Für die schwäbischen Reichsstände führte dies zu einer schwierigen Situation, da nun die Entscheidung gefällt werden musste, auf welcher Seite man in den Krieg zog. Rechtlich war man dem Reich verpflichtet, die militärische Überlegenheit Frankreichs aber bedrohlich nah gegenwärtig und die schützende Hand des Reiches (Österreich) fern.
Das österreichische Ultimatum wurde nachfolgend von den größeren Reichsständen Bayern, Württemberg und Baden negativ beantwortet; diese traten an die Seite Frankreichs und mobilisierten ihre Truppen.
Unter dem persönlichen Kommando von Kaiser Napoleon Bonaparte überquerte die neuorganisierte und modernste Armee Europas - die Grande Armée - gegen Ende August mit über 200.000 Mann den Rhein und vollzog in einem überraschenden Umgehungsmanöver, mit Stoßrichtung auf Ulm, ein strategisches Kunststück. Die österreichische Nord-Armee wurde völlig überraschend bei Ulm eingeschlossen und kapitulierte am 17.10. nach schweren Kämpfen; in der Dreikaiserschlacht von Austerlitz am 2.12. wurden die vereinigten österreichisch-russischen Armeen triumphal geschlagen. Die antinapoleonische Koalition lag in Trümmern, das Heilige Römische Reich war militärisch und politisch am Ende angelangt.
Randgeschehen: Im Verlauf der Kampfhandlungen wurde das Fürstentum Fürstenberg im November 1805 von französischen Truppen besetzt und kurzzeitig unter Militärverwaltung gestellt (Sequestration).
Eine Falschmeldung, in welcher behauptet wurde das neutrale Fürstenberg habe Truppen zur österreichischen Armee abkommandiert, führte ursächlich zu dieser militärischen Reaktion. Erst am 17. Dezember klärte sich der irrtümliche Sachverhalt während einer kaiserlichen Audienz in Paris auf, die Sequestration wurde aufgehoben und die Souveränität wiederhergestellt.
Fürstentum Fürstenberg Fürstentum Fürstenberg
Die Herrschaft in der Herrschaft
Seit Dezember 1805 hatte das Kurfürstentum Baden gezielt auf eine Annektion des Fürstentums Fürstenberg hingearbeitet; der in Paris akkreditierte badische Gesandte von Reitzenstein war hier die politisch treibende Kraft und hatte seinerseits bereits ausgearbeitete Vorschläge der französischen Regierung vorgelegt. Der Preßburger Friede vom 26. Dezember 1805 ließ den äußeren Bestand des Fürstentums zwar noch unberührt, die Gefahr einer Annektion schwebte aber bedrohlich über Fürstenberg.
Die fürstenbergische Regierung versuchte durch einen Vorstoß beim französischen Außenminister Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord [1] eine Gegenposition aufzubauen, letztendlich war man aber bereits zum Spielball der großen Mächte geworden. Nachfolgend wurde das Szenario einer badischen Landesübernahme, unter maximaler Aufrechterhaltung von Reservatrechten für das Haus Fürstenberg, ins Kalkül gezogen.
Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (1754-1838). Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (1754-1838).
Im Juli 1806 trat der befürchtete Fall dann ein, mit der Inkraftsetzung der Rheinbundakte wurde die Existenz des schwäbischen Reichskreises und des bis dahin reichsunmittelbaren Fürstentums Fürstenberg beendet.
Die fürstenbergischen Gebiete wurden größtenteils dem neu gebildeten Großherzogtum Baden zugeschlagen; die Fürsten von Fürstenberg stellten nachfolgend die größte Standesherrschaft in Baden dar.
An das Fürstentum Hohenzollern kamen die Ämter Jungnau und Trochtelfingen und ein Teil der Herrschaft Messkirch, das Königreich Württemberg erhielt das Amt Neufra in der Herrschaft Gundelfingen.
Im Rückblick betrachtet konnte mit Baden noch die beste Lösung erzielt werden, die neu gebildeten Königreiche Bayern und vor allem Württemberg behandelten die mediatisierten Fürstenhäuser anstößig und setzten ihre neu erworbene Landeshoheit mit harter Hand durch - vae victis!

[1] Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (1754-1838) - Französischer Außenminister, Staatsmann und Diplomat - 1806 Fürst von Benevent, 1807 Herzog von Talleyrand-Périgord und 1815 Herzog von Dino (duc de Dino), maßgeblicher Neuordner Europas und Gegenspieler des österreichischen Staatsmannes Graf Klemens von Metternich-Winneburg zu Beilstein.
Kaiserliches Wappen von Napoleon Bonaparte (1804) - Bild: GNU-Lizenz
Kaiserliches Wappen von Napoleon Bonaparte (1804) - Bild: GNU-Lizenz
Das Ende des alten Reiches
Die von Kaiser Napoleon Bonaparte beabsichtigte Zerschlagung des alten Reiches wurde 1806 durch die Bildung des Rheinbundes (Confédération du Rhin) bewusst eingeleitet und beendete die nur noch lose vorhandene Reichseinheit.
Kaiser Franz II./I. Joseph Karl reagierte am 6. August 1806 auf diesen Affront mit einer Erklärung, in der er das Reich für erloschen erklärte und „die deutsche Kaiserkrone und das Reichsregiment niederlegt, die Churfürsten, Fürsten und übrigen Stände, wie auch alle Angehörige und Dienerschaft des deutschen Reiches, ihrer bisherigen Pflichten entbindet.“
Nach fast einem Jahrtausend bewegter Geschichte wurde das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation" (Sacrum Romanum Imperium Nationis Germanicæ) durch den Hochverrat der Rheinbundstaaten zu Grabe getragen. Als Ironie des Schicksals wurde der Rheinbund dann später von den gleichen Staaten ebenfalls verraten (1813).
Kaiser Napoleon Bonaparte (1769-1821) - Protektor des Rheinbundes (gemalt 1812). Kaiser Napoleon Bonaparte (1769-1821) - Protektor des Rheinbundes (gemalt 1812).
Der Rheinbund
Welche positiven und negativen Auswirkungen ergaben sich nun aus der Mediatisierung und der Bildung des Rheinbundes?
Die Bildung von vergrößerten deutschen Mittelstaaten kann aus verwaltungs- und staatsrechtlicher Sicht durchaus als vorteilhaft bezeichnet werden, auch wenn diese mit starkem Nachdruck durchgesetzt wurde und der vorherrschenden Kleinstaaterei (Länder-Flickenteppich) ein durchaus abruptes Ende setzte.
Frankreich erwartete von den Rheinbundstaaten eine Reformfähigkeit zur Bildung moderner Staatlichkeit nach seinem Vorbild und insofern sollte die Einführung von Landesverfassungen das bürgerliche Element in der damaligen Gesellschaft stärken und wichtige Rechte verankern.
Die von Kaiser Napoleon Bonaparte durchgesetzte Einführung des "Code Civil" in den Rheinbundstaaten und die Anwendung des "Code pénal impérial" waren ureigene Errungenschaften des modernen französischen Staates und Leuchtfeuer eines fortschrittlichen Rechtssystems.
Ungeachtet dieser Rechtsstaatlichkeit stellte das französische Kaiserreich dennoch ein halbdiktatorisches Regime mit plebiszitären Elementen dar.
Für die Rheinbundstaaten ergab sich im Gegenzug ein militärisches Engagement an der Seite Frankreichs, was sich später als schwere Hypothek erweisen sollte.
Badisches Landrecht von 1810 Badisches Landrecht von 1810
Das Badische Landrecht von 1810 war das Zivilgesetzbuch des Großherzogtums Baden das am 1. Januar 1810 in Kraft trat und bis zum 31. Dezember 1899 gültig war.
Das Werk basierte auf dem 1804 in Frankreich eingeführten Code Civil (Code Napoléon) und wies über 500 Zusätze und Anpassungen an die badischen Gegebenheiten auf.
Durch Edikt des badischen Großherzogs vom 5. Juli 1808 wurde die Annahme des Code Napoléon als bürgerliches Gesetzbuch oder Landrecht beschlossen und bis 1810 in allen Teilen umgesetzt.
Die Einführung dieses fortschrittlichen Zivilgesetzbuches erfolgte nicht nur auf Druck Napoléons, sondern erfüllte auch die Forderungen des badischen Bürgertums und vereinfachte die Wirtschaftsbeziehungen zu Frankreich und den anderen Rheinbundstaaten.
Es handelt sich hier um eines der wichtigsten bürgerrechtlichen deutschen Gesetzeswerke des 19. Jahrhunderts, ein Vermächtnis der Französischen Republik.
Rheinbundakte von 1806 - hier Ausführung für das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen Rheinbundakte von 1806 - hier Ausführung für das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen
Leider nahmen die Geschehnisse aber einen etwas anderen Lauf wie beabsichtigt. Die Dynastien der neuen Mittelmächte waren nicht ohne weiteres bereit ihre Macht mit dem Volk zu teilen.
Die politische Einflussnahme Frankreichs auf die Rheinbundstaaten erzwang zwar wichtige Reformen, weitergehende Schritte wurden jedoch von diesen unterlassen.
Eine von Frankreich angemahnte Umbildung des Militärbündnisses (Rheinbund) in einen fortschrittlichen Staatenbund mit gemeinsamen Verfassungsorganen, einer Bundesversammlung und einer Verfassung (Fundamentalstatut) wurde von Bayern und Württemberg verhindert. Letztendlich musste dieses visionäre Ziel aufgegeben werden, das einen ersten deutschen Bundesstaat (drittes Deutschland) ermöglicht und die deutsche Geschichte durchaus in eine andere Richtung gelenkt hätte (ohne Österreich und Preußen).
Dieses Modell wurde dann unter veränderten Voraussetzungen als "Deutscher Bund" unter österreichischer Präsidialführung verwirklicht (Wiener Kongress - Bundesakte, 1815).
Das Großherzogtum Baden
Die Standesherrschaft Fürstenberg
Badische Infanteriefahne nach 1805 - WGM-Rastatt Badische Infanteriefahne nach 1805 - WGM-Rastatt
Die Begeisterung im Fürstenbergischen nun zum Mittelstadt Baden zu gehören hielt sich durchaus in Grenzen!
"Das erste was das neue Großherzogtum dringlich benötigte waren Soldaten, militärische Ausrüstung und erhebliche Geldmittel zur Finanzierung und Vergrößerung der Armee!"
Baden musste sich als Rheinbundstaat mit einem Militärkontingent an den Feldzügen Napoleons beteiligen und so fand sich auch das ehemalige "Fürstenbergische Militärkontingent" unter den badischen Feldzeichen mehr oder weniger auf den Schlachtfeldern in Preußen (1806/07), Spanien (1808-1813), Österreich (1809), Russland (1812), Sachsen (1813) und Frankreich (1814) wieder.
Großherzog Carl Friedrich v. Baden (1728-1811) Großherzog Carl Friedrich v. Baden (1728-1811)
Die von Kaiser Napoleon Bonaparte, als Protektor des Rheinbundes, festgelegte Truppenstärke des Militärkontingents stellte die badische Regierung vor schwere Probleme (1806 - 8.000 Mann). Die benötigte Menge an Geschützen, Gewehren, Uniformen, Truppenkader und selbst Pferden konnte erst nach und nach an die kämpfende Truppe abgegeben werden.
Die Belastungen waren für Baden erheblich und konnten nur mit hoher Kraftanstrengung erbracht werden, zumal hier auch Verluste eintraten.
Die Rekrutierung der notwendigen Mannschaften durch die Einführung der unbeliebten Konskription (Wehrpflicht) stieß bei der Bevölkerung, insbesondere in den neuen Gebieten, auf wenig Gegenliebe, da sich aufgrund der stetig anwachsenden Truppenstärke auch ein steigender Bedarf an Rekruten einstellte. Vereinzelt mussten Tumulte und Unruhen im Breisgau und dem Fürstenbergischen durch den Einsatz von badischem Militär aufgelöst oder unterdrückt werden.

Der Vorzug, als Rheinbundstaat Baden einem siegreichen und modernen Kaiserreich Frankreich anzugehören, wurde mit menschlicher Not und hohem Blutzoll erkauft!
Kreuz der französischen Ehrenlegion - 2. Modell (1806-15). Nach dem Ausscheiden Badens aus dem Rheinbund mussten am 22. März 1814 alle badischen Träger der französischen Ehrenlegion die verliehenen Kreuze ablegen. Sie erhielten als Ausgleich den Militärischen Carl Friedrich Verdienst-Orden. Kreuz der französischen Ehrenlegion - 2. Modell (1806-15). Nach dem Ausscheiden Badens aus dem Rheinbund mussten am 22. März 1814 alle badischen Träger der französischen Ehrenlegion die verliehenen Kreuze ablegen. Sie erhielten als Ausgleich den Militärischen Carl Friedrich Verdienst-Orden.
Das Fürstenbergische Militärkontingent wurde dem im Oktober 1806 neu errichteten "Badischen Linien-Infanterie-Regiment v. Harrant Nr. 4" zugeordnet (Kanton Seekreis). Ein Stamm-Bataillon dieses Regiments kämpfte unter schwierigsten Bedingungen im spanischen Feldzug von 1808-13, siehe unten "Das verschwundene Regiment Baden."
Fürstlich fürstenbergische Offiziere konnten ihre Laufbahn in der Badischen Armee fortsetzen und stiegen dort bis in den Generalsrang auf - Karl Freiherr von Neuenstein, Generalleutnant und Divisionskommandeur, geboren in Donaueschingen, gestorben in Durlach.

1808 wurde eine Neuorganisation der Regimenter durchgeführt, diese wurden umbenannt und erhielten neue Stammnummern. Die Stärke der badischen Truppen belief sich nun auf 10.000 Mann, gegliedert in vier Infanterie- und zwei Kavallerieregimenter sowie drei Artilleriekompanien (1811, vierte Kompanie).
Für 1812 wird das badische Truppenkorps wie folgt angegeben [Statistik der Rheinbundstaaten von 1812]: "Außer der Garde", aus 4 Regimenter Linieninfanterie, jedes zu 2 Bataillonen; vier Garnisonsregimenter; 1 Bataillon Jäger zu Fuß; einem Dragoner-Regiment zu 500 Pferden; einem Husaren-Regiment ebenfalls zu 500 Pferden; einem Artillerie-Bataillon und 1 Batterie reitender Artillerie. Zusammen betragen alle diese Truppen 12.000 Mann, wovon sich aber gegenwärtig bei 2.000 Mann in Spanien befinden. In Bundeskriegen stellt Baden ein Kontingent von 8.000 Mann.

Eine erhebliche Zahl von Angehörigen der badischen Regimenter wurde mit dem Verdienstorden der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet.
Die Ehrenlegion stand allen Personen ohne Rücksicht auf Rang oder Stand offen und würdigte zivile und militärische Verdienste, überwiegend jedoch Kriegsverdienste. Neunzig Prozent aller verliehenen Ehrenkreuze gingen an Militärs.
  • Fürstenbergisches Kreismilitär um 1796 - Füsiliere (Musketiere) und Grenadiere - Regiment Fürstenberg - (Quelle: Guido Schreiber - Der badische Wehrstand). Das Regiment gliederte sich in 2 Grenadier- und 10 Füsilierkompanien (1.690 Mann - Kriegsstärke). Die Füsilierkompanien bildeten 2 Bataillone zu je 5 Kompanien. Das Fürstenbergische Kreiskontingent wurde im Oktober 1806 in die Badische Armee eingegliedert.
  • Badische Truppen - Übersicht 1
  • Badische Truppen - Übersicht 2
  • Badische Truppen - Infanterie
  • Badische Truppen - Kavallerie und Artillerie
General Karl Freiherr von Neuenstein (1767-1838). Führer der badischen Truppen in Spanien (1809-13) und späterer Divisionsgeneral - ehemals fürstenbergischer Offizier im schwäbischen Infanterie-Regiment Fürstenberg. Geboren in Donaueschingen, gestorben in Durlach. Über diesen fähigen Offizier liegen nur spärliche Lebensdaten vor, zumal er gegen Ende seines Lebens in dürftigen Verhältnissen lebte. Die Neuensteinstraße in Durlach ist nach ihm benannt. General von Neuenstein kommandierte unter anderem die badischen Truppen im spanischen Feldzug (1809-13). In der letzten Schlacht auf spanischem Boden am 21. Juni 1813 bei Vitoria konnte er durch umsichtige Führung größere Verluste verhindern. General Karl Freiherr von Neuenstein (1767-1838). Führer der badischen Truppen in Spanien (1809-13) und späterer Divisionsgeneral - ehemals fürstenbergischer Offizier im schwäbischen Infanterie-Regiment Fürstenberg. Geboren in Donaueschingen, gestorben in Durlach. Über diesen fähigen Offizier liegen nur spärliche Lebensdaten vor, zumal er gegen Ende seines Lebens in dürftigen Verhältnissen lebte. Die Neuensteinstraße in Durlach ist nach ihm benannt. General von Neuenstein kommandierte unter anderem die badischen Truppen im spanischen Feldzug (1809-13). In der letzten Schlacht auf spanischem Boden am 21. Juni 1813 bei Vitoria konnte er durch umsichtige Führung größere Verluste verhindern.
Das verschwundene Regiment Baden
Am 24. August 1808 überschritten die zur Teilnahme am französischen Feldzug in Spanien bestimmten badischen Truppen bei Kehl den Rhein und erreichten nach einer Marschleistung von 1500 km in 50 Tagen am 13. Oktober die spanische Stadt Jrun. Dort bildete das kombinierte Regiment "Baden" (I. Btl/Rgt. 4, II. Btl./Rgt. 3, 1 Geschützbatterie) zusammen mit dem Regiment "Nassau" die 1. Brigade der "Deutschen Division" in Spanien. Am 25. Oktober 1808 erfolgte die erste Gefechtsberührung mit den Spaniern.
Es begann nun ein beschwerlicher und von Grausamkeiten geprägter mehrjähriger Krieg; beide Seiten gewährten kein Pardon. Die deutschen Rheinbundtruppen schlugen sich mit unglaublicher, ebenso tapferer wie kaltblütig grimmiger Hingabe ihres todgeweihten Lebens. Die schweren Kämpfe forderten einen hohen Blutzoll und noch 1809 kam es zu einer notwendigen Umstrukturierung der "Deutschen Division", nun "Rheinische Bundesdivision". Anfang 1809 wurde das kombinierte Regiment Baden zu einem regulären Linien-Infanterieregiment umgebildet und erhielt die Stammnummer "4", 1811 wiederum die "1".
Die badischen Truppen kämpften 1809 in vorderster Front in den Schlachten von Medellin, Talavera, Almonacid und Ocana, danach war das Regiment in den Guerillakrieg verwickelt. Ende 1811 waren von den erstmaligen 2000 Mann des Regiments, und der Verstärkungen von 1809/10 mit zusätzlich rund 1400 Mann, noch 1300 dienstfähig.
Es fehlte überall an Kleidung und Schuhwerk, viele marschierten barfüßig, häufig bestand die Nahrung nur aus Eicheln.
Das Regiment kämpfte noch in der Schlacht von Vitoria (1813) gegen ein überlegenes britisch-spanisch-portugiesisches Heer und zog sich dann aus Spanien zurück; die badische Geschützbatterie hielt sich in dieser Schlacht ausgezeichnet, danach ist diese nicht mehr fassbar.
Am 12. Dezember 1813 wurde das auf schwache Bataillonsstärke abgesunkene Regiment von den Franzosen entwaffnet und interniert; das Großherzogtum Baden hatte kurz zuvor den Rheinbund verlassen. 1814 kam es zur Befreiung und Rückkehr. Von den rund 3400 Mann überlebten nur annähernd 500; die zurückkehrenden spanischen Veteranen erhielten weder einen Dank noch wurde die Erinnerung an dieses ferne Leiden in Baden angemessen respektiert. "Sie sind still und leise verschwunden..."

Im Jahr 1904 erschien in Frankreich eine literarische Würdigung der badischen Truppen in Spanien (Auszug): "Wir Franzosen schulden den Badenern Dank für das, was sie in Spanien geleistet haben. Selbstlos vergossen sie ihr Blut in mörderischen Kämpfen während sechs Jahren. Unvergänglicher Ruhm erwarben sie in unseren Reihen. Sie verließen sie, ohne ihre Fahnen zu entehren." [Major Sauzey - Geschichte der badischen Truppen in Spanien].
Großherzog Karl v. Baden (1786-1818). Unterzeichnete kurz vor seinem Tod das Dekret zur Einführung der badischen Landesverfassung (1818). Großherzog Karl v. Baden (1786-1818). Unterzeichnete kurz vor seinem Tod das Dekret zur Einführung der badischen Landesverfassung (1818).
Das Großherzogtum Baden führte in den nachfolgenden Jahren umfassende Reformen durch und gliederte die neuen Gebiete zügig in seinen Verwaltungsapparat ein. Die seit 1806 aufrecht erhaltenen Bestrebungen der Fürstenhäuser "Fürstenberg" und "Leiningen" sich von Baden wieder zu lösen, führten nicht zum Ziel.
Die beiden Fürstenhäuser vertraten hier stellvertretend die Interessen der mediatisierten schwäbischen Reichsstände und versuchten letztendlich eine Zurücknahme der Mediatisierung zu erreichen. Nach der militärischen Katastrophe von 1812 in Russland ergab sich für diese ein neuer politischer Spielraum, der die Hoffnung auf eine mögliche Selbstständigkeit (Restauration) wieder aufleben ließ. Es erfolgte eine politische Annäherung an das Kaiserreich Österreich, um dessen Unterstützung gewinnen zu können. In diesem Zusammenhang steht auch die Entlassung des fürstenbergischen Regierungspräsidenten Joseph v. Kleiser (1814), dem das Fürstenhaus fehlendes Engagement und eine konspirative Verbindung zu frankreichfreundlichen Kreisen am badischen Hof in Karlsruhe vorwarf. Kleiser trat nachfolgend in den Dienst des Großherzogtums Baden.
1814 wurden im Vorfeld des Wiener Kongresses Gespräche mit den mediatisierten schwäbischen Reichsständen geführt, die Verabschiedung der Wiener Kongressakte von 1815 begrub jedoch alle Hoffnungen. Man musste sich nun dauerhaft mit dem "ungeliebten" Baden arrangieren! - Tempi passati!
Graf Wilhelm von Hochberg (1792-1859). Kommandeur der badischen Feldbrigade im russischen Feldzug 1812. Aufgrund seines ehrenhaften Verhaltens während der Völkerschlacht bei Leipzig hoch geachtet. Späterer Prinz v. Baden und Schwager des Fürsten Carl Egon II. zu Fürstenberg. Graf Wilhelm von Hochberg (1792-1859). Kommandeur der badischen Feldbrigade im russischen Feldzug 1812. Aufgrund seines ehrenhaften Verhaltens während der Völkerschlacht bei Leipzig hoch geachtet. Späterer Prinz v. Baden und Schwager des Fürsten Carl Egon II. zu Fürstenberg.
Es soll an dieser Stelle an die badische Feldbrigade im Russlandfeldzug erinnert werden, die am 28.11.1812 die letzten Brücken über die Beresina gegen die angreifenden Russen verteidigt hat (Bild).
Am Morgen betrug die Gefechtsstärke noch 2.240 Mann; am Abend zog sich der letzte kommandierende General des IX. Korps, Graf Wilhelm von Hochberg, mit nur noch 900 Mann vom Ostufer der Beresina zurück.
Das dort ebenfalls eingesetzte badische Husaren-Regiment "von Geusau" geriet zum Totalverlust; im Verlauf eines Angriffs wurde es von russischen Kürassier-Abteilungen gestellt, niedergesäbelt und nahezu aufgerieben (Bild), nur 50 Mann überlebten (Kavallerie-Brigade, IX. Korps). Das letzte Gefecht führte die Feldbrigade am 04.12.1812 beim Schloß Molodetschno, danach zerbrach sie.

Von den 4.395 Mann der Feldbrigade - Stand 11.10.1812 - kehrten nur 145 Mann mehr tot als lebend in die Ausgangsstellung an der Weichsel zurück; davon waren noch 40 Mann mehr oder weniger dienstfähig.
Die Gesamtverluste betrugen seit Beginn des Feldzuges 6.166 Mann von ehemals fast 7.200 Mann (Sollstärke 7.666 Mann); darunter so mancher Untertan aus dem fürstenbergischen Landesteil. Insoweit war im Fürstenbergischen die Begeisterung für Baden doch recht dürftig ausgebildet, wenn nicht sogar negativ ausgeprägt!
Allianzwappen Fürstenberg-Baden Allianzwappen Fürstenberg-Baden
Dem Haus Fürstenberg gelang es zwar durch die Heirat von Fürst Karl Egon II. mit Amalie Christine, Gräfin Hochberg, Prinzessin v. Baden, Tochter des Großherzogs Carl Friedrich v. Baden aus zweiter Ehe, 1818 einen verwandschaftlichen Anschluss an das regierende Haus Baden herzustellen; den damit verbundenen Wunsch eines wirksamen Schutzes vor der stärker werdenden Einflussnahme Badens konnte diese dynastische Verbindung jedoch nicht erfüllen.
Gesellschaftlich wurde das Haus Fürstenberg als ebenbürtig anerkannt, politisch verblieb es jedoch im privilegierten Untertanenstand (Erster Standesherr in Baden, einfacher Standesherr in Württemberg und Hohenzollern).
Großherzog Ludwig v. Baden (1763-1830), konservativer Gegner der liberalen Landesverfassung von 1818. Großherzog Ludwig v. Baden (1763-1830), konservativer Gegner der liberalen Landesverfassung von 1818.
Durch die Vereinbarung mit Baden von 1823 konnte sich die Standesherrschaft Fürstenberg zumindest noch einige politische Rechte "vordergründig" sichern; die wichtigsten waren die Ausübung der Zivil- und Kriminaljustiz in erster und zweiter Instanz (Fürstenbergische Justizhoheit schon 1811 wiederhergestellt), die Handhabung der Ortspolizei und der Forstgerichtsbarkeit, zu dieser gehörte auch die Forst- und Jagdpolizei. Ähnlich lautende Vereinbarungen wurden auch mit Hohenzollern und Württemberg abgeschlossen.
Der "Badische Staat" gewann jedoch zusehends Einfluss auf die standesherrliche Gerichtsbarkeit und Verwaltung im fürstenbergischen Gebiet und sicherte die Durchsetzung künftiger gesetzlicher Regelungen über die Ablösung feudaler Gefälle gegen Entschädigung ab.
Das Großherzogtum Baden war hier zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit; 1848/49 wurden die standesherrlichen Reservatrechte dann überwiegend beseitigt.
Vereinbarung von 1823 zwischen Baden und der Standesherrschaft Fürstenberg Vereinbarung von 1823 zwischen Baden und der Standesherrschaft Fürstenberg
Links: Originalurkunde - Ratifizierung des Vertrages zwischen Baden und Fürstenberg vom 12. Dezember 1823 über die staatsrechtliche Stellung des Hauses Fürstenberg im Großherzogtum Baden, Zustimmungserklärung des Großherzogs, 33.8 x 22 cm, Fürstlich Fürstenbergisches Archiv Donaueschingen, Oberhoheitsakten II, Ae, 4.

Der Standesherrschaft Fürstenberg wird die "Ebenbürtigkeit" zum regierenden Haus Baden zugestanden: Ludwig von Gottes Gnaden Großherzog zu Baden Herzog zu Zähringen, Landgraf zu Nellenburg, Graf zu Salem, Petershausen und Hanau etc. Wir genehmigen hiermit die von Unserer Immediat Commission zu Regulirung der standes-und grundherrlichen Verhältniße der fürstlichen Standesherrschaft Fürstenberg in der officiellen Nota vom 1ten July dieses Jahres ad § 74. des standesherrlichen Gagenentwurfes vom 19temn Mai, in Betreff der Concurrenz zu den Bringleistungen ertheilte Zusicherung. Gegeben zu Carlsruhe unter Unserer eigenhändigen Unterschrift und unter Beidrückung des Staatssiegels den 12. December 1823. Ludwig.
Der Deutsche Bund (1815-1866)
Nachfolger des Heiligen Römischen Reiches und des napoleonischen Rheinbundes
Deutsche Bundesakte von 1815 Deutsche Bundesakte von 1815
Nach der endgültigen militärischen Niederlage Frankreichs im Jahr 1815 traten erste Bestrebungen einer Restauration alter Herrschaftsrechte zu Tage und führten zu einer Eingrenzung der gewonnenen Freiheiten.
Die Versprechungen der Dynasten über eine stärkere Beteiligung des einfachen Volkes an den politischen Entscheidungsprozessen wurden schnell vergessen. In Baden konnte zwar 1818 eine fortschrittliche liberale landständische Verfassung und Parlamentsordnung verabschiedet werden, die das Land in eine konstitutionelle Monarchie umwandelte, dies führte aber mehrfach zu Konflikten mit den eher konservativ eingestellten Großherzögen.

Der neu gegründete "Deutsche Bund" (1815), als lockerer Verband der deutschen Staaten, war in dieser Hinsicht kein Fortschritt und schloss große Teile des Volkes aus dem politischen System aus (Zensus-Wahlgesetz).
Flugblatt von 1847 (Baden) Flugblatt von 1847 (Baden)
Über die Bundesakte legitimiert konnten Organe des Bundes in die Belange eines Bundesstaates massiv eingreifen und die landständischen Verfassungen aushebeln. Die Karlsbader Beschlüsse von 1819 galten als schwerer Verfassungsbruch, manifestierten einen Polizei- und Spitzelstaat (Demagogenverfolgung, Zensur), und führten zu einer restaurativen Umgründung des Bundes.
Die Wiener Schlussakte vom 15. Mai 1820 setze hier einen unrühmlichen Schlusspunkt. Demokratische Volksbewegungen wurden nachfolgend in den Bundesstaaten unterdrückt und verfolgt; besonders eifrige Unterdrücker waren damals Baden (nach 1839 verstärkt), Preußen und Nassau.

"Si vis pacem, para iustitiam"
"Wenn du Frieden willst, sorge für Gerechtigkeit!"

Im Großherzogtum Baden verschärfte sich die Situation dann zusehends und erreichte 1848 mit dem lokal begrenzten Heckeraufstand und 1849 mit dem landesweiten Ausbruch der "Badischen Revolution" ihren finalen Höhepunkt (deutsche Märzrevolution und Maiaufstände); radikaldemokratische Ansätze bahnten sich nun ihren Weg.
Die Meuterei der Badischen Armee, beginnend in der Bundesfestung Rastatt am 9./11. Mai 1849, war in diesem Umfang in den deutschen Bundesstaaten beispiellos. Am 12. Mai trat das in Freiburg stationierte 2. Badische Infanterieregiment geschlossen in das Revolutionslager über. In der Nacht vom 13. zum 14. Mai floh Großherzog Leopold aus seiner Residenz in Karlsruhe ins Exil nach Koblenz - Festung Ehrenbreitstein.
Großherzog Leopold v. Baden (1790-1852) Großherzog Leopold v. Baden (1790-1852)
Das militärische Scheitern der Revolution ist bekannt; der geflüchtete Großherzog Leopold kehrte in "königlich preußischer Generalsuniform (!)" - eskortiert von preußischen Truppen - wieder in die badischen Lande zurück.
Die erdrückend überlegene preußische Interventionsarmee unter dem Kommando des Prinzen von Preußen Wilhelm (Kartätschenprinz) ging mit großer Härte und Brutalität gegen die Revolutionstruppen vor.
Der Kombattantenstatus wurde diesen nicht zugestanden und auch restriktiv verweigert, die Gefangenen somit als Aufständische behandelt.
Die standrechtliche Erschießung des Kommandanten der Festung Rastatt, Major Gustav Nikolaus Tiedemann, am 11. August 1849 sprach hier Bände. In den Festungswällen wurden noch weitere 19 Personen standrechtlich erschossen. Es herrschte in Baden nun Friedhofsruhe, die Militär-Standgerichte unter preußischer Führung in Mannheim, Rastatt und Freiburg walteten ihres Amtes...

„Die ich rief, die Geister, / Werd’ ich nun nicht los.“
Johann Wolfgang von Goethe - der Zauberlehrling
Standrechtliche Erschiessung von Friedrich Neffs am 9. August 1849 in Freiburg auf dem Wiehre-Friedhof. Er folgte dem bereits am 31. Juli erschossenen Max Dortu in den Tod. Ein besonderer Akt von Willkür stellte die nachfolgende standrechtliche Erschiessung von Gebhard Kromer dar. Die drei Verurteilten blieben vor dem Exekutionskommando standhaft und vertraten ihre Meinung bis zum Tod - sui generis. Standrechtliche Erschiessung von Friedrich Neffs am 9. August 1849 in Freiburg auf dem Wiehre-Friedhof. Er folgte dem bereits am 31. Juli erschossenen Max Dortu in den Tod. Ein besonderer Akt von Willkür stellte die nachfolgende standrechtliche Erschiessung von Gebhard Kromer dar. Die drei Verurteilten blieben vor dem Exekutionskommando standhaft und vertraten ihre Meinung bis zum Tod - sui generis.
Im Namen des Großherzogs wurden in den ersten drei Monaten 27 Personen zum Tode und 62 zu zehnjähriger Zuchthausstrafe verurteilt. Anschließend fanden vor den Kriegsgerichten rund 2.000 weitere Verfahren statt, die zu 37 Todesurteilen und über 900 Freiheitsstrafen führten. Von den zuerst ausgesprochenen 27 Todesurteilen wurden vier, von den späteren 37 alle nicht vollstreckt.
Die badischen Hofgerichte, vor denen 1.000 Zivilisten angeklagt wurden, sprachen kein Todesurteil aus.

Die Pazifizierung Badens bildet in der preußischen Geschichte ein besonders hässliches Kapitel. Das "Badische Wiegenlied" von Ludwig Pfau fasst die Gefühle zwischen Trauer und Wut eindrücklich zusammen:

"Schlaf, mein Kind, schlaf leis, / Da draußen geht der Preuß!
Deinen Vater hat er umgebracht, / Deine Mutter hat er arm gemacht, 
Und wer nicht schläft in guter Ruh, / Dem drückt der Preuß die Augen zu.
Schlaf, mein Kind, schlaf leis, / Da draußen geht der Preuß, 
Der Preuß hat eine blutige Hand, / Die streckt er über's badische Land. 
Und alle müssen wir stille sein, / Als wie dein Vater unter'm Stein ...
Schlaf, mein Kind, schlaf leis, / Draußen dort geht der Preuß 
Gott aber weiß wie lang er geht, / Bis dass die Freiheit aufersteht -
Und wo dein Vater liegt, mein Schatz, / Da hat noch mancher Preuße Platz! 
Schrei's, mein Kindlein, schrei's / Dort draußen liegt der Preuß!"
Prinz Wilhelm von Preußen als Sieger über den Aufstand in Baden. Quelle: WGM Rastatt Prinz Wilhelm von Preußen als Sieger über den Aufstand in Baden. Quelle: WGM Rastatt
Das Großherzogtum Baden blieb bis November 1850 von Bundestruppen besetzt und das verhängte Kriegsrecht bis zum 1. September 1852 in Kraft.
Die demokratisch gesinnten Bürgerwehren und Milizen wurden in Baden aufgelöst, die Bürgerwehr-Uniform verboten. Dieses Los ereilte auch das Bürgermilitär der Stadt Vöhrenbach (seit 1835 nachweisbar); in der Stadt selbst waren zu dieser Zeit Bundestruppen (Preußen) als Besatzung einquartiert.
Viele die für ihre Freiheit gekämpft hatten verließen nun ihre Heimat und wanderten überwiegend nach Amerika aus (80.000 Personen - 8 % der Gesamtbevölkerung). Sie zogen das unsichere Schicksal der Emigration der Gewissheit vor, in einem Land leben zu müssen, das in einem Satellitenverhältnis zu der preußischen Militärmacht stand, deren erklärtes Ziel es war, in Baden die deutsche Revolution mit Stumpf und Stiel auszurotten.
"Ubi libertas, ibi patria"
"Wo die Freiheit ist, dort ist auch mein Vaterland.“
Auswandererschiff - Samuel Hop (1850) Auswandererschiff - Samuel Hop (1850)
Auswanderung - die Flucht nach vorne
Die schon spürbar angestiegene Zahl von Auswanderern erhöhte sich mit den "48er"-Flüchtlingen, den "Forty-Eighters" wie Sie in Amerika respektvoll genannt wurden, nochmals deutlich. Einer der berühmtesten badischen Auswanderer dürfte Friedrich Hecker (1811-1881) gewesen sein, der sich in Amerika weiter politisch betätige und im Sezessionskrieg (Civil War, 1861-65) bis zu seiner Verwundung kämpfte (1864).
Sein Grab trägt die folgende Inschrift: "Col. Frederic Hecker 82nd Ill. Inf." (Oberst Friedrich Hecker, Kommandeur des 82. Infanterieregiments des Staates Illinois). In Cincinnati kann sein Denkmal im Washington Park besichtigt werden (Bild - 52 KB).

Von 1840 bis 1849 wanderten nach amtlichen Berichten 23.966 Personen aus. Davon 4.345 Familienhäupter mit 14.855 Angehörigen sowie 4.763 Ledige. 22.526 Personen wagten dabei den Weg über den Atlantik.
Wichtigste Ursache für diese zweite Auswanderungswelle waren die schlechten Lebensbedingungen in Baden; Hunger war dort kein Fremdwort.
Überwiegend in der bäuerlich strukturierten Bevölkerungsschicht kam es zu einer überdurchschnittlichen Auswanderung. Der Anteil der Bauern betrug 1840-1855 49,7%, der der Handwerker lag bei nur 27,3%.
"Nach der militärischen Niederschlagung der badischen Revolution erhöhte sich die Zahl der Auswanderer schlagartig und nahm dramatische Züge an."
In den Jahren von 1852-54 führten Missernten, Hungersnöte und eine anhaltende industrielle Krise zur größten Auswanderungswelle.
Briefmarke - Französisch besetzte Zone - Carl Schurz, badischer Revolutionär und Politiker. Wikipedia Commons Lizenz.
Es sind mittlerweile Tendenzen zu beobachten, die die Erinnerung an die Badische Revolution, und vor allem deren wichtige Rolle zur Entwicklung eines demokratischen Bewusstseins, in Frage stellen oder verklären.
Es sollte hier nicht das Prinzip von Ursache und Wirkung verkehrt werden; die politischen Fehlleistungen der konservativen badischen Regierungen und deren Repressionspolitik (Kabinett Berstett und Blittersdorf) wurden zu Recht als negative Episode der badischen Landesgeschichte dargestellt und unverrückbar festgemeiselt.
 
Die nachfolgenden Repressionen dieser blutig niedergeschlagenen Revolution waren für die aktiv daran Beteiligten und die Bevölkerung schmerzhaft - dies sollte nicht vergessen werden!

Links: Briefmarke - Carl Schurz, badischer Revolutionär und Politiker.
Nach der Auswanderung in die USA war er als einer der bekanntesten „Forty-Eighter“ US-amerikanischer General, Historiker und Staatsmann (US-Innenminister). Er war der erste gebürtige Deutsche, der Mitglied des Senates der Vereinigten Staaten wurde [Wikipedia - Commons Lizenz].
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Quellen: Ortschroniken, Fachliteratur, Ausstellungskataloge, WGM-Rastatt, FFA-DS, Privatarchiv.
Urheberrechte, soweit noch vorhanden, verbleiben bei den Werken.

©tz, thz-historia.de, 2010/11/12
 
Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen in Donaueschingen
Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen
78166 Donaueschingen

Die Fürstenbergsammlungen zeigen wichtige Teile der fürstlichen Kunstsammlung und erlesene Ausstellungsstücke zur Geschichte und Kultur des Hauses Fürstenberg. Kleider und Uniformen, Miniaturen und Photos, Kelche und Pokale aus Gold und Elfenbein lassen den fürstlichen Glanz vergangener Zeiten lebendig werden.

WEB: Fürstlich Fürstenbergische Sammlungen in Donaueschingen
 
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